The Openstream #78 – Wie KI die Spielregeln der Cybersicherheit verändert

Leuchtender Halloween-Kürbis mit den eingeritzten Worten CYBER SECURITY vor der Zürcher Skyline

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  • Was der Datenabfluss bei der Republik über Updates lehrt
  • Hacking im Zeitalter von KI. Warum MCP beide Seiten stärkt.
  • Die KI kann deinen Shop nicht empfehlen, wenn sie ihn nicht lesen kann
  • Das Shopify AI Toolkit von 1.0 auf 1.8: Was sich in fünf Monaten geändert hat
  • WordPress-Plugins für ChatGPT: 12 Wege, eine Seite fernzusteuern
  • 10% Risiko für die Auslöschung der Menschheit. Drei Szenarien im Faktencheck
  • Katalonien wettet eine Milliarde auf KI – bis 2030
  • Europa streitet über KI-Souveränität und meint Abhängigkeitsmanagement
  • Ist KI die neue Dot-Com-Blase? Warum 1999 der falsche Vergleich ist
  • Der erste Schweizer Hoster mit MCP: Was Cyons KI-Anbindung kann und wo ihre Grenzen liegen
  • Shopify Fall Edition 2026. Shop Pay wandert in die KI-Agenten
  • Zürcher WooCommerce Meetup über die Zukunft des WooCommerce Admins am 4. November 2026 – online und dieses mal auf Englisch

Liebe Leserinnen und Leser

Dieser Herbst bring Sicherheitsgeschichten, die zu Halloween passen. Mitte Oktober zeigte der Datenabfluss bei der Republik, wie eine bekannte und bereits geschlossene Schwachstelle gefährlich bleibt, wenn das verfügbare Update nicht rechtzeitig installiert wird. Am 21. Oktober folgte PHP2Shell. Zwei kritische PHP-Lücken ermöglichten Codeausführung ohne Zugangsdaten.

Republik

Wie ernst die Lage war, erkannte man an der Reaktion des Basler Hosters Cyon: Er nahm seine Webhosting-Dienste mit über 100’000 Websites vorsorglich für mehrere Stunden vom Netz, bis korrigierte PHP-Versionen installiert und geprüft waren.

Cyon Hosting WordPress WooCommerce

Den vorläufigen Höhepunkt lieferte am 29. Oktober der Hack bei Binance. Innerhalb von ungefähr 20 Minuten flossen Kryptowerte von rund 6,3 Milliarden US-Dollar ab – der bislang grösste bekannte Kryptodiebstahl. Als möglicher Einstieg galt zunächst der kompromittierte Laptop eines DevOps-Mitarbeiters; später fanden sich Hinweise auf weitere Angriffspunkte. Das FBI schreibt den Angriff der nordkoreanisch verbundenen Gruppe TraderTraitor zu. Das Unheimliche an diesen drei Fällen ist nicht nur ihr Ausmass, sondern das Tempo. Nicht für jeden konkreten Angriff ist der Einsatz von KI belegt. KI kann jedoch Code analysieren, Schwachstellenketten nachvollziehen und Angriffsversuche in grossem Umfang anpassen und automatisieren. Damit wird das Zeitfenster zwischen einer Sicherheitswarnung und dem ersten Angriff immer kleiner.

Binance

Was können Website-Betreiberinnen und Betreiber daraus lernen? Wir ordnen den Vorfall bei der Republik ein und erklären in einem Exkurs, warum Openstream automatische Updates nun auch auf Produktivseiten einführt: WordPress-Core sowie kleinere Plugin- und Theme-Updates werden automatisch direkt auf der Live-Website installiert. Grössere Versionssprünge bleiben wegen des höheren Risikos inkompatibler Änderungen von der Automatik ausgenommen und werden gezielt geprüft.

Drei Vorteile von WordPress im KI-Zeitalter

  • Offen und erweiterbar: Über Abilities und MCP lassen sich genau die Funktionen für KI-Agenten bereitstellen, die ein Arbeitsablauf benötigt.
  • Kontrolle über Daten und Rechte: Betreiber bestimmen selbst, wo WordPress läuft, welche Dienste verbunden sind und was ein Agent lesen oder verändern darf.
  • Grosses Ökosystem: Bestehende Plugins, APIs und Redaktionswerkzeuge lassen sich mit KI-gestützten Abläufen verbinden, ohne die Website neu aufzubauen.

Drei Nachteile von WordPress im KI-Zeitalter

  • Grössere Angriffsfläche: Jeder Connector, jedes Plugin und jeder zusätzliche Zugang kann neue Sicherheitsrisiken schaffen.
  • Uneinheitliche Qualität: KI-Integrationen unterscheiden sich stark bei Transparenz, Zuverlässigkeit und der Begrenzung ihrer Berechtigungen.
  • Mehr Verantwortung im Betrieb: Updates, Backups, Protokollierung und minimale Benutzerrechte werden wichtiger, weil KI auch Angriffe schneller analysieren und automatisieren kann.

Herzliche Grüsse
Nick & Co.

P.S. Das nächste WooCommerce Meetup findet am 4. November online statt

Hacking im Zeitalter von KI. Warum MCP beide Seiten stärkt.

Hacking und Cybersecurity im Zeitalter von AI

«Hello, hackers. How are you?» Mit diesen Worten begann Chema Alonso seinen Vortrag am 22. September 2026 am ersten Tag des AI Summit Barcelona. Das Publikum als Hacker anzusprechen, war die passende Eröffnung für eine Session über Hacking und Cybersecurity im Zeitalter von KI. Alonso hat einen Doktortitel im Bereich Cybersecurity, er ist Unternehmer, Speaker, Hacker und seit 2025 VP Head of International Development bei Cloudflare. Sein Vortrag begann mit vier Minuten Cloudflare-Werbung und endete mit der Frage «And you know what is the best company for doing that?».

Die Moderation hatte den Übergang hergestellt. Direkt zuvor lief die Eröffnungskeynote über Kataloniens Milliarde für künstliche Intelligenz. Wer eine Milliarde auf etwas setze, ziehe damit auch die Aufmerksamkeit anderer auf sich. Für diesen Teil war Alonso zuständig. Seine zentrale These: Dieselbe Schicht, die KI-Agenten für produktive Arbeit brauchbar macht, hat autonomes Hacken überhaupt erst funktionieren lassen. Wer Agenten einsetzt, baut an derselben Fähigkeit mit, die Angreifer stark macht.

Die KI kann deinen Shop nicht empfehlen, wenn sie ihn nicht lesen kann

Smartphone KI-Suche

Am 3. September 2026 fand das vierte Zürcher WooCommerce Online Meetup des Jahres statt. Tsari Bombelli, Gründer von Bombelli Analytics in Luzern, sprach über eine Frage, die viele Shop Betreiberinnen und Betreiber gerade beschäftigt: Kommt der eigene Shop vor, wenn jemand ChatGPT, Perplexity oder Gemini nach einem Produkt fragt? Der Vortrag verzichtete weitgehend auf Prognosen und blieb bei dem, was sich am eigenen Shop prüfen lässt.

Der Einstieg des Vortrags war ein Beispiel, das jede Person mit einem Shop nachvollziehen kann. Jemand fragt einen KI-Assistenten nach einem Schweizer Onlineshop für wasserdichte Wanderschuhe. Die Antwort nennt drei Shops, dazu eine Preisangabe und am Ende vier Webseiten als Quellen. Tsaris Frage ans Publikum: Bist du eine davon?

Das Shopify AI Toolkit von 1.0 auf 1.8: Was sich in fünf Monaten geändert hat

Shopify AI Toolkit

Ich habe die letzten Monate zum ersten Mal einen Shopify Shop mit dem Shopify AI Toolkit entwickelt. Das Toolkit ist Shopifys offizielles Plugin für Claude Code und andere KI-Entwicklungsumgebungen. Es bringt Skills mit, die die Shopify-Dokumentation durchsuchen, GraphQL-Abfragen gegen das echte Schema prüfen und Liquid-Templates validieren.

Installiert habe ich es im April 2026. Als ich am 8. September 2026 zufällig in die Plugin-Übersicht schaute, stand dort immer noch Version 1.0.0. Unterdessen war 1.8.0 aktuell. Der Grund ist schnell erzählt: Claude Code aktualisiert Marketplaces von Drittanbietern nicht von allein und Shopify betreibt seinen über ein eigenes GitHub-Repository.

WordPress-Plugins für ChatGPT: 12 Wege, eine Seite fernzusteuern

ChatGPT

Wer im Plugin-Verzeichnis von ChatGPT nach «WordPress» sucht, bekommt am 11. September 2026 12 Treffer. Im September waren es noch 6. In der Reihenfolge des Verzeichnisses sind das diese Plugins und Hersteller:

  1. MCP Server For WordPress von miniOrange
  2. WordPress.com von Automattic
  3. Glow for WordPress von OnClick Solutions
  4. Jetpack von Automattic
  5. Hostinger Connector von Hostinger
  6. Website Builder von Syed Fasih Haider Raza Rizvi
  7. Relvato von Relvato
  8. UiChemy AI Website Creator von POSIMYTH
  9. WPVibe von SeedProd, Teil der Firmengruppe Awesome Motive
  10. WPWriter von Yaniv Finkelshtein
  11. WP Agent von Yaniv Finkelshtein
  12. GoPublish von Advait Vaidya

Alle versprechen dasselbe Grundmuster: WordPress bedienen, ohne WordPress zu öffnen. Sie unterscheiden sich aber erheblich darin, wo sie ansetzen, wie viel Kontrolle sie abgeben und wie ernst sie das Thema Sicherheit nehmen. Und weil das Verzeichnis seit Juli 2026 auch Codex bedient, betrifft das nicht nur die Redaktion, sondern auch die Entwicklung. Dieser Artikel ordnet die 12 Einträge ein, erklärt die Technik dahinter und benennt, worauf vor dem Verbinden zu achten ist.

10% Risiko für die Auslöschung der Menschheit. Drei Szenarien im Faktencheck

Apokalypse in Zürich

Am 9. September 2026 kündigte ein Anthropic-Forscher auf X und schrieb dazu, die beiden Unternehmen, für die er gearbeitet hatte, handelten unverantwortlich. Der Post erreichte über 150 Millionen Aufrufe. Drei Tage später veröffentlichte Anthropic-Chef Dario Amodei den Essay «We Must Pace the Frontier» und forderte darin, das Tempo der KI-Fähigkeitsentwicklung bewusst zu drosseln.

Dazwischen fiel eine Zahl, die seither die Debatte prägt: mehr als 10% Wahrscheinlichkeit, dass KI innerhalb des nächsten Jahrzehnts alle Menschen tötet. Genannt hat sie nicht der Aussteiger, sondern ein amtierender Anthropic-Lead. Dieser Artikel ordnet ein, woher die Zahl kommt, wer sie in dieser Schärfe überhaupt vertritt und wo die drei diskutierten Szenarien tatsächlich enden.

Katalonien wettet eine Milliarde auf KI – bis 2030

Catalunya 2030 AI Summit BCN 2026

Am AI Summit Barcelona eröffneten am Morgen des 22. September 2026 Albert Tort Pugibet, Staatssekretär für Telekommunikation und digitale Transformation der Generalitat de Catalunya und Maria Galindo Garcia-Delgado, Staatssekretärin für Digitalpolitik der katalanischen Regierung, den Anlass mit einer Zahl: eine Milliarde Euro für künstliche Intelligenz bis 2030. Angekündigt war die Session als «A €1 Billion Bet on AI».

Hinter der Zahl steht ein Dokument, das die Regierung in 8 Achsen und 88 Massnahmen gliedert und in drei Sprachen veröffentlicht hat. Dieser Artikel fasst zusammen, was darin steht und was die beiden Vortragenden daraus betonten. Danach folgt der Vergleich mit Zürich. Einmal auf der Ebene der Strategien, wo der Kanton nichts Gleichwertiges vorzuweisen hat. Und einmal auf der Ebene der Standorte, wo sich das Verhältnis umkehrt: Barcelona hat das Rechenzentrum, Zürich hat die Labore.

Europa streitet über KI-Souveränität und meint Abhängigkeitsmanagement

Sovereign AI or Surrender? Should Europe Stop Outsourcing Its AI Future?,

Die Frage, ob europäische Open Source KI Modelle bis 2028 mit US-amerikanischen proprietären Frontier-Modellen mithalten können, stiess am zweiten Tag des AI Summit Barcelona auf Gelächter im Publikum. Was folgte war eine sehr kompetente und aufschlussreiche Diskussion mit dem Titel «Sovereign AI or Surrender?».

Angekündigt war ein «Streit»: Die eine Seite sollte argumentieren, Europa müsse aufhören, seine Zukunft zu mieten. Die andere sollte sagen, man habe bereits verloren, also solle man sich Partner suchen und damit abfinden. Am Ende der Stunde sass ein hochkarätig besetztes Panel auf der Bühne, das sich in der Sache weitgehend einig war.

Ist KI die neue Dot-Com-Blase? Warum 1999 der falsche Vergleich ist

Ist KI die neue Dot-Com-Blase?

«Wie viele von Euch hätten 1999 gerne in Amazon investiert?» Mit dieser Frage an das Publikum eröffnete Oriol Juncosa seine Moderation in der Schlussdebatte des AI Summit Barcelona in der Woche vor dem 30. September 2026. Es gingen viele Hände hoch.

Seine Rechnung dazu: Wer damals eingestiegen wäre, hätte sein Geld bis zum 30. September 2026 etwa verachtundvierzigfacht. Die nachgeschobene Bemerkung sass aber besser als die Zahl. Ein grosser Teil derer, die gerade die Hand gehoben hätten, wäre längst vorher ausgestiegen. Die Debatte trug den Titel «The 2027 Crash: Is AI the New Dot-Com Bubble?» und sie führte an einen Punkt, der für Unternehmen ausserhalb des Risikokapitals mehr zählt als die Blasenfrage selbst.

Der erste Schweizer Hoster mit MCP: Was Cyons KI-Anbindung kann und wo ihre Grenzen liegen

Dachkonstruktion der Messe Basel am Messeplatz Basel vor blauem Himmel

Cyon ist der erste Schweizer Hoster, der eine eigene MCP-Anbindung an sein Webhosting öffentlich dokumentiert hat. Unter den grossen Schweizer Anbietern, die wir geprüft haben, ist cyon bisher der einzige mit einem solchen Angebot. Was bedeutet das in der Praxis? Ein KI-Agent kann über Cyons MCP bestimmte Aufgaben im Hosting-Konto ausführen und neue Webprojekte anlegen. Das ist aber nicht dasselbe wie ein MCP-Zugang zu WordPress: Die Verbindung zum Hosting verwaltet nicht automatisch Beiträge, Plugins oder Produkte in einer bestehenden Website.

Im DACH-Raum dokumentieren auch IONOS, mittwald und regfish eigene MCP-Angebote. Wir vergleichen sie nach ihrem Software-Fokus und danach, was ihre MCP-Schnittstellen tatsächlich tun. Besonders für Schweizer Privatpersonen, KMU und Startups mit einer WordPress-Website oder einem WooCommerce-Shop ist wichtig, Hosting-MCP und WordPress-MCP als getrennte Integrationen zu betrachten.

Shopify Fall Edition 2026. Shop Pay wandert in die KI-Agenten

Herbstwald mit gelbem Laub und Sonnenstrahlen zwischen den Bäumen

Am 28. Oktober 2026 hat Shopify die Fall ’26 Edition veröffentlicht. Sie trägt den Namen «Exponential» und umfasst über 200 Einzelpunkte in 11 Bereichen, von Agentic Commerce über Sidekick, POS und Payments bis zu den Entwicklerwerkzeugen.

Die Erzählung dahinter ist neu. Shopify verkauft sich nicht mehr über einzelne Funktionen, sondern über sein Netzwerk aus Händlerinnen, Händlern und Käuferschaft, das mit jedem neuen Shop wertvoller werden soll. Dieser Artikel ordnet die Ankündigungen ein und trennt die Neuerungen für den US-Markt von jenen für den DACH-Raum. Zudem benennt er die Fristen, die Agenturen und App-Entwicklerinnen und -Entwickler jetzt im Blick haben müssen.

Hauptbeitragsbild erstellt mit GPT-5.6

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