Wer im Plugin-Verzeichnis von ChatGPT nach «WordPress» sucht, bekommt heute 12 Treffer. Im September waren es noch 6. In der Reihenfolge des Verzeichnisses sind das diese Plugins und Hersteller:
- MCP Server For WordPress von miniOrange
- WordPress.com von Automattic
- Glow for WordPress von OnClick Solutions
- Jetpack von Automattic
- Hostinger Connector von Hostinger
- Website Builder von Syed Fasih Haider Raza Rizvi
- Relvato von Relvato
- UiChemy AI Website Creator von POSIMYTH
- WPVibe von SeedProd, Teil der Firmengruppe Awesome Motive
- WPWriter von Yaniv Finkelshtein
- WP Agent von Yaniv Finkelshtein
- GoPublish von Advait Vaidya
Alle versprechen dasselbe Grundmuster: WordPress bedienen, ohne WordPress zu öffnen. Sie unterscheiden sich aber erheblich darin, wo sie ansetzen, wie viel Kontrolle sie abgeben und wie ernst sie das Thema Sicherheit nehmen. Und weil das Verzeichnis seit Juli 2026 auch Codex bedient, betrifft das nicht nur die Redaktion, sondern auch die Entwicklung. Dieser Artikel ordnet die 12 Einträge ein, erklärt die Technik dahinter und benennt, worauf vor dem Verbinden zu achten ist.
Aktualisiert am 17. Oktober 2026: 6 neue Einträge im Verzeichnis (Jetpack, Glow, Relvato, UiChemy, Website Builder, GoPublish), neue Versionen und Installationszahlen, der MCP Adapter als eigenes Plugin, eine Übersicht mit Preisen, eine Einordnung nach Nutzen und Marketing, ein Praxistest mit miniOrange sowie eine Empfehlung. Korrigiert: Den MCP-Adapter auf openstream.ch bringt bereits die kostenlose Version von Rank Math mit, nicht erst die Pro-Version. Und mit Hostinger ist sehr wohl ein europäischer Anbieter dabei.
Inhalt
Plugins heissen wieder Plugins
Der Name führt in die Irre, weil er schon einmal vergeben war. OpenAI startete im März 2023 eine Plugin-Beta für ChatGPT, stellte sie im Februar 2024 zur Abkündigung und schaltete sie am 9. April 2024 endgültig ab. Als Begründung nannte das Unternehmen unter anderem, dass die Plugins bei über tausend Einträgen kaum noch auffindbar waren. GPTs sollten der bessere Weg sein.
Der zweite Anlauf begann im Oktober 2025 unter anderem Namen. OpenAI stellte «Apps in ChatGPT» samt Apps SDK vor, im Dezember 2025 öffnete die Einreichung für Drittentwickler und das App-Verzeichnis ging live. Am 9. Juli 2026 wurde daraus das Plugin-Verzeichnis, diesmal gemeinsam für ChatGPT und Codex. Bestehende Verbindungen liefen weiter.
Ein Plugin ist heute das Bündel. Es kann eine App enthalten, also die eigentliche Verbindung zu externen Daten und Aktionen, dazu Skills und App-Templates. Ein Skill ist ein wiederverwendbares Instruktionsset für einen Arbeitsablauf, das ChatGPT lädt, wenn die Aufgabe dazu passt. Im Verzeichnis trennt ein eigener Tab die beiden Kategorien. Technisch bauen die Apps auf dem Model Context Protocol auf, dem offenen Standard, den Anthropic 2024 veröffentlicht hat. Das ist der Grund, warum dieselben WordPress-Anbindungen meist auch in Claude, Cursor oder VS Code funktionieren.

Dasselbe Verzeichnis für ChatGPT und Codex
Seit der Umstellung im Juli 2026 bedient das Verzeichnis nicht nur ChatGPT, sondern auch Codex, die Entwicklungsumgebung von OpenAI. Das ist mehr als eine Randnotiz, weil es die Zielgruppe verändert. In ChatGPT sitzt jemand, der einen Beitrag schreiben will. In Codex sitzt jemand, der ein Theme baut.
Nicht jedes Plugin läuft überall. Das Hilfe-Center von OpenAI hält ausdrücklich fest, dass manche Plugins in ChatGPT und Codex funktionieren, andere auf eine Oberfläche beschränkt sind. Ein Plugin mit der Kennzeichnung «Desktop only» läuft im Browser gar nicht. Diese Kennzeichnung trifft Plugins, die eigene MCP-Server über eine Datei wie mcp.json mitbringen. Das gilt auch dann, wenn der Server selbst über HTTPS erreichbar wäre.
Im September liess sich das für die damals 6 Einträge nachsehen. Die Schnittstelle, über die das Verzeichnis seine eigenen Daten bezieht, gab zu jedem Eintrag ein Feld aus, das festhält, ob eine lokale Ausführungsumgebung nötig ist. Bei allen 6 stand dort «nein». Inzwischen hat sich das bei einem Eintrag sichtbar geändert. Seit Version 4.0.0 lässt sich das Plugin von WordPress.com im Browser nicht mehr installieren. Statt «Install plugin» steht dort «Open in desktop app», in der Trefferliste ersetzt ein Laptop-Symbol das Plus. WordPress.com ist zugleich der einzige Eintrag, der eine Verbindung zu einer lokalen Installation anbietet. Ein Zusammenhang liegt nahe, bestätigt hat ihn Automattic nicht.
Der Weg in Codex ist ein anderer als in ChatGPT. Statt einer Erwähnung mit dem Klammeraffen im Gespräch läuft es in einer Codex-Aufgabe über «Sources» und dort «Use plugins». In den Einstellungen von Codex findet sich die Verwaltung nicht, dort stehen nur GitHub, GitLab, Slack und Linear. Änderungen am Verzeichnis brauchen laut OpenAI in Codex bis zu 6 Stunden, bis sie sichtbar werden.
Eine Einschränkung bleibt offen. Ob jeder Eintrag in der Auswahlliste einer Codex-Aufgabe tatsächlich erscheint, liess sich ohne verbundenes GitHub- oder GitLab-Repository nicht prüfen, weil Codex ohne Repository keine Aufgabenansicht öffnet.
Praktisch interessant ist die Doppelnutzung vor allem bei Automattic. Der Eintrag von WordPress.com nennt Codex ausdrücklich und erlaubt dort die Verbindung zu WordPress Studio, also zu einer lokalen Installation für Theme- und Plugin-Entwicklung. Jetpack hat mit Version 16.3 Anleitungen für ChatGPT und Codex in den Adminbereich eingebaut. Die übrigen Einträge zielen erkennbar auf andere Aufgaben: Redaktion, Seitenbau, Wartung und Überwachung. Das sind Aufgaben, für die niemand eine Entwicklungsumgebung öffnet.
Wer die Werkzeuge in Codex einsetzen will, sollte ausserdem das zweite Tab im Verzeichnis im Blick behalten. Skills sind laut OpenAI grundsätzlich den Plänen Business, Enterprise, Healthcare und Edu vorbehalten. Auf einem persönlichen Konto fehlt damit ein Teil dessen, was die Übersichtsseite anzeigt.
WordPress Abilities API und MCP: die Technik dahinter
Damit ein Sprachmodell eine WordPress-Seite bedienen kann, braucht es 2 Dinge.
- Eine Liste dessen, was die Seite überhaupt kann, in einem Format, das eine Maschine lesen kann.
- Einen Transportweg, über den diese Fähigkeiten aufgerufen werden.
Das erste liefert die WordPress Abilities API, seit WordPress 6.9 im Dezember 2025 Teil des Core. Plugins und Themes registrieren ihre Funktionen dort mit Ein- und Ausgabeschema sowie einer Berechtigungsprüfung. Das zweite liefert MCP. Der WordPress MCP Adapter, im Februar 2026 vorgestellt, macht registrierte Abilities als MCP-Tools verfügbar. Seit dem 2. Oktober 2026 steht er als eigenes Plugin im offiziellen Verzeichnis und kam innert 2 Wochen auf rund 50’000 aktive Installationen. Wie diese beiden Teile zusammenspielen, haben wir in unserem Beitrag zur Agentenschnittstelle für das Web ausführlicher aufgearbeitet.
Die Einträge, die direkt in eine selbst gehostete Seite eingreifen, sitzen auf dieser Schicht auf oder bauen etwas Vergleichbares über die REST-Schnittstelle. Andere setzen ganz woanders an: beim Hosting-Konto, in einem Agentur-Dashboard, in einem Überwachungsdienst oder in einem Seitenbaukasten, der WordPress erst am Schluss beliefert. Was sie unterscheidet, ist deshalb nicht das Protokoll, sondern wer den MCP-Server betreibt, wie die Anmeldung abläuft und wie viele Tools freigeschaltet werden.
WordPress-Plugins für ChatGPT im Vergleich
Grob lassen sich die 12 Einträge in 4 Gruppen teilen.
- Verbindung zur eigenen Seite: WordPress.com, Jetpack, miniOrange, WPVibe, WPWriter, WP Agent und GoPublish greifen direkt in eine WordPress-Installation ein.
- Hosting-Konto: Der Hostinger Connector setzt eine Schicht tiefer an.
- Wartung und Überwachung: Glow und Relvato verbinden ChatGPT mit einem externen Dienst, der viele Seiten im Blick hat.
- Seitenbau: UiChemy und Website Builder erzeugen Seiten ausserhalb von WordPress und übergeben sie erst am Schluss.
Die Übersicht zeigt, wo die Einträge ansetzen, ob sie Beiträge bearbeiten und die SEO-Felder setzen können und was sie kosten.
| Eintrag | Anbieter | Setzt an bei | Beiträge | SEO-Felder | Gratis | Bezahlt ab |
|---|---|---|---|---|---|---|
| WordPress.com | Automattic | WordPress.com-Hosting | ja | – | 30 Tage für neue Seiten | 4 USD/Monat |
| Jetpack | Automattic | über WordPress.com-Server | ja | – | 20 Anfragen | 8.95 EUR/Monat |
| MCP Server For WordPress | miniOrange | Plugin | ja | ja | 100 Anfragen/Tag | 99 USD/Jahr |
| WPVibe | SeedProd | Plugin | ja | – | 100 Aufrufe/Tag | 99 USD/Jahr |
| WPWriter | Y. Finkelshtein | Plugin | ja | ja | einmalig 15 Beiträge | 19 USD/Monat + KI |
| WP Agent | Y. Finkelshtein | REST + Plugin | ja | mit Plugin | 10 Beiträge/Monat | 9.99 USD/Monat |
| GoPublish | A. Vaidya | eigene Seite | nur neue | – | 10 Exporte/Monat | 9 USD/Monat |
| Hostinger Connector | Hostinger | Hosting-Konto | nein | nein | gratis | Hostinger-Plan |
| Glow for WordPress | OnClick Solutions | Wartungs-Dashboard | nein | nein | 1 Seite | 1.95 USD/Seite |
| Relvato | Relvato | Überwachung | nur Fixes | nein | 1 Seite | 29 USD/Monat |
| UiChemy | POSIMYTH | Seitenbaukasten | Export | nein | 1’000 Credits/Monat | 8 USD/Monat |
| Website Builder | S. F. H. R. Rizvi | nur Skills | nein | nein | gratis | Affiliate |
Beiträge: ob der Eintrag Beiträge und Seiten auf der WordPress-Seite anlegen und bearbeiten kann. SEO-Felder: ob er SEO-Titel, Beschreibung und Fokus-Keyword pro Beitrag setzen kann, etwa für Yoast oder Rank Math. Ein Strich bedeutet: nicht dokumentiert. Preise laut Anbietern, Stand 17. Oktober 2026, ohne Mehrwertsteuer, Monatspreise bei jährlicher Zahlung, wo der Anbieter das so ausweist.
Installieren lässt sich jeder Eintrag gratis. Bezahlt wird dahinter, und zwar sehr unterschiedlich: über das Hosting, über ein Abo des Anbieters, über Limits pro Tag oder Monat oder über eigene KI-Schlüssel. Fast alle haben eine Gratisstufe, die zum Ausprobieren reicht, für den regelmässigen Einsatz aber meist nicht.
Dazu kommt ChatGPT selbst. WPVibe gibt ausdrücklich an, auch mit dem Gratisplan von ChatGPT zu funktionieren. Skills sind laut OpenAI aber den Plänen Business, Enterprise, Healthcare und Edu vorbehalten.
WordPress.com von Automattic
Der Eintrag von Automattic kommt von der Firma hinter WordPress.com selbst und ist nicht für selbst gehostete Installationen gedacht. Er erschien am 24. August 2026 mit Version 3.0.0 und steht inzwischen bei 4.0.0. Vorbereitet wurde er im März 2026, als Automattic seinen MCP-Server um Schreibrechte erweiterte und damit Claude, ChatGPT, OpenClaw und Cursor Zugriff gab.
Das Plugin deckt nach Angaben von Automattic über 70 Abilities ab. Neben dem Verwalten bestehender Seiten kann es eine Seite auch von Grund auf aufbauen. Wer beschreibt, was für ein Unternehmen dahintersteht und welche Seiten nötig sind, bekommt Struktur, Texte und ein Design vorgeschlagen. Für bestehende Seiten reicht das von Beiträgen planen über Kommentare moderieren bis zu Statistiken auswerten. Mitgeliefert wird ein Skill namens «Edit WordPress Block Content», der dem Modell den Umgang mit Gutenberg-Blöcken beibringt. Wer in Codex lokal arbeitet, kann die Verbindung laut Verzeichniseintrag auch auf WordPress Studio richten.
Der Zugang kostet nichts extra, ist aber an das Hosting gebunden. MCP ist in den Plänen Personal, Premium, Business und Commerce enthalten, neue Gratis-Seiten bekommen ihn in den ersten 30 Tagen. Der günstigste bezahlte Plan, Personal, kostet bei jährlicher Zahlung 4 US-Dollar im Monat. Aktiviert werden muss er im Konto von Hand.
Bemerkenswert ist die Voreinstellung. Die Funktion ist optional und standardmässig aus. Neue Beiträge und Seiten landen zuerst als Entwurf. Vor dem Publizieren, Bearbeiten, Veröffentlichen oder Löschen beschreibt ChatGPT, was es tun will, und wartet dann auf Bestätigung. Das ist eine der vorsichtigsten Varianten im ganzen Feld.
Jetpack von Automattic
Mit Jetpack hat Automattic einen zweiten Eintrag nachgeschoben, und zwar für genau die Seiten, die der erste ausschliesst. Jetpack ist das Plugin, über das selbst gehostete Installationen an die Infrastruktur von WordPress.com andocken. Es zählt laut offiziellem Verzeichnis rund 3 Millionen aktive Installationen. Der ChatGPT-Eintrag steht bei Version 1.0.0 und nutzt nach eigener Beschreibung das volle Werkzeugset des MCP-Servers von WordPress.com. Mitgeliefert wird derselbe Block-Skill.
Die Verbindung läuft also nicht direkt zur eigenen Seite, sondern über die Server von Automattic. Voraussetzung ist ein bezahlter Jetpack-AI-Plan oder Jetpack Complete und Jetpack ab Version 15.8. Jetpack AI kostet bei jährlicher Zahlung 8.95 Euro im Monat, im ersten Jahr gibt es Rabatt. Die Gratisversion reicht mit 20 Anfragen nur zum Ausprobieren. Freigeschaltet wird im Adminbereich unter Jetpack AI, «MCP and Connectors», mit dem Schalter «Enable MCP access». Die Anmeldung läuft über OAuth 2.1.
Für Betreiberinnen und Betreiber selbst gehosteter Seiten ist das der direkteste Weg zum Funktionsumfang von WordPress.com. Der Preis dafür ist ein zusätzlicher Vermittler. Inhalte und Befehle laufen über OpenAI und über Automattic, bevor sie die eigene Seite erreichen.
MCP Server For WordPress von miniOrange
Der Eintrag von miniOrange ist im Verzeichnis der wortkargste. Er verspricht, die Seite zu verbinden, damit ChatGPT die Abilities nutzen kann, die die WordPress Abilities API bereitstellt. Version 2.0.1, einsortiert unter Business & Operations. Das klingt nach einer Nischenlösung und unterschätzt das Produkt.
Das dazugehörige WordPress-Plugin heisst «Secure MCP Server for Claude, ChatGPT, Gemini and other AI Agents» und steht im offiziellen Verzeichnis. Es kam am 4. Juni 2026 dazu, steht bei Version 1.5.2 und zählt rund 6’000 aktive Installationen, dreimal so viele wie im September. Es verlangt mindestens WordPress 6.9, also genau die Version, die die Abilities API in den Core gebracht hat. Zusätzlich setzt es HTTPS voraus.
Der Anbieter nennt 426 Tools in 26 Kategorien und der grösste Teil davon betrifft ganz normale Redaktionsarbeit. Allein 56 Tools gelten Beiträgen und Seiten, vom Anlegen über das Planen bis zum Beitragsbild. Dazu kommen Medien, Kategorien, Revisionen, Kommentare, eigene Inhaltstypen sowie die SEO-Felder von Yoast und Rank Math. Wo die entsprechenden Plugins aktiv sind, kommen WooCommerce, Advanced Custom Fields, Elementor, Kadence und Formular-Plugins hinzu. Die hohe Zahl ergibt sich aber auch aus der Körnung. Viele Tools erledigen jeweils nur einen kleinen Handgriff. Für ein Sprachmodell ist eine lange Werkzeugliste nicht automatisch ein Vorteil.
Was miniOrange von den übrigen Einträgen abhebt, ist die Verwaltung darum herum. Der Anbieter kommt aus dem Identitäts- und Zugriffsmanagement und das prägt das Produkt. Pro WordPress-Rolle lässt sich festlegen, welche Tools ein Agent nutzen darf. Jedes Tool lässt sich einzeln ein- und ausschalten, jeder Aufruf landet in einem Audit-Log. Angemeldet wird über OAuth 2.1 auf der eigenen Seite, ein Anwendungspasswort braucht es nicht. Der Preis für diese Kontrolle ist Einrichtungsaufwand.
Ein Widerspruch steht in der Beschreibung. Dort heisst es, alles laufe auf dem eigenen Server und kein Dritter sitze zwischen KI und Seite. Für ChatGPT stimmt das nicht. Beim Verbinden registriert sich auf der WordPress-Seite nicht ChatGPT als OAuth-Client, sondern das «miniOrange MCP Gateway» mit Rücksprung auf gateway.miniorange.ai. Das Zugriffstoken liegt damit bei miniOrange und alle Aufrufe erreichen die Seite von Servern bei Amazon Web Services in den USA aus. Strukturell ist das dieselbe Lage wie bei WP Agent. Der Unterschied: Statt eines Anwendungspassworts ist es ein Token, das nach einer Stunde abläuft und nur die freigegebenen Tools nutzen darf.
Das Plugin ist gratis, die Zahl der Anfragen aber begrenzt. Die Gratisstufe erlaubt laut miniOrange 100 Anfragen pro Tag. Mehr gibt es ab 99 US-Dollar im Jahr für 500 Anfragen täglich, bis Ende Oktober mit Frühbucherrabatt. Die teureren Stufen schalten zusätzlich Funktionen wie Freigaben durch Menschen frei.
WPVibe von SeedProd
Hinter WPVibe steht SeedProd. Das Unternehmen gehört zur Firmengruppe Awesome Motive von Syed Balkhi, zu der auch WPBeginner, WPForms, OptinMonster, MonsterInsights und All in One SEO zählen. Der ChatGPT-Eintrag trägt Version 1.0.0. Das dazugehörige Repository-Plugin «WPVibe, MCP Server for WordPress» ist mit rund 80’000 aktiven Installationen das mit Abstand verbreitetste in diesem Vergleich. Im September waren es noch 20’000. Es kam am 20. April 2026 dazu, steht bei Version 1.20.5 und wird bis WordPress 7.1 getestet. Die Bewertung liegt bei 100 von 100 Punkten auf Basis von 138 Stimmen.
Der Funktionsumfang zielt auf selbst gehostete Seiten. Inhalte verwalten, Plugins und Themes inspizieren, Medien hochladen, Admin-Befehle ausführen, Abilities von anderen Plugins nutzen und Theme-Entwürfe bauen. Mitgeliefert werden Anleitungen für Gutenberg, Elementor, SeedProd, klassische Themes und SEO-Audits. Der Ablauf ist als Entwurf, Vorschau, Veröffentlichung angelegt, die Tools prüfen Berechtigungen und die Autorisierung läuft über einen Klick.
Plugin und Dienst sind gratis nutzbar, mit allen Werkzeugen und beliebig vielen Seiten. Begrenzt ist die Zahl der Aktionen: 100 Tool-Aufrufe pro Tag in der Gratisstufe. Die bezahlten Stufen heben nur dieses Limit an, von 99 US-Dollar im Jahr für 500 Aufrufe täglich bis 899 US-Dollar für 10’000. Für die KI selbst verlangt WPVibe nichts, sie läuft über das eigene ChatGPT- oder Claude-Konto.
Dass ausgerechnet der Anbieter mit der grössten Reichweite im Plugin-Verzeichnis von ChatGPT erst Version 1.0.0 führt, zeigt, wie jung die ChatGPT-Seite dieses Ökosystems ist. Das WordPress-Plugin selbst ist bereits deutlich weiter.
WPWriter und WP Agent
Sowohl WPWriter als auch WP Agent sind im Verzeichnis auf Yaniv Finkelshtein eingetragen, beide unter der Kategorie Productivity. Die Produkte überschneiden sich stark, unterscheiden sich aber im Abrechnungsmodell.
WPWriter steht bei Version 4.0.0 und deckt Beiträge, Seiten, Kategorien, Schlagwörter, Menüs, SEO-Metadaten, Beitragsbilder, Medien, Plugins, Themes und Publikationsstatus ab. Dazu kommt Autoblogging: eine Themenliste anlegen, einen Zeitplan setzen und Beiträge automatisch erzeugen und veröffentlichen lassen. Das Repository-Plugin dazu läuft unter dem Namen «WPWriter, Manage WordPress from ChatGPT or Claude», steht bei Version 1.12.5 und zählt rund 5’000 aktive Installationen. Abgerechnet wird doppelt. Für die KI gilt das BYOK-Prinzip: Wer eigene Schlüssel von OpenAI, Anthropic oder Google hinterlegt, zahlt direkt bei den Anbietern ohne Aufschlag. Für die Plattform selbst gibt es ein Abo. Gratis sind einmalig 15 Beiträge und 20 Bilder für eine Seite. Danach kostet WPWriter 19 US-Dollar im Monat für 2 Seiten und 60 Beiträge, 49 US-Dollar für 6 Seiten und 150 Beiträge oder 99 US-Dollar für 10 Seiten und 300 Beiträge.
WP Agent steht bei Version 1.1.0 und geht den umgekehrten Weg. Das Produkt bewirbt sich ausdrücklich als schlüssellos, es wird kein eigener KI-Schlüssel hinterlegt. ChatGPT schreibt die Inhalte, die Bildvorgaben und die SEO-Angaben, WP Agent führt sie auf der Seite aus. Der Funktionsumfang reicht von Beiträgen und Revisionen über die Medienbibliothek mit KI-Bildern und Stockfotos bis zu Kategorien, Kommentaren, Autoren, Einstellungen, eigenem CSS und Plugins. Der Anbieter nennt über 65 Tools. Verbunden wird über einen einmaligen Bestätigungslink im Adminbereich und ein widerrufbares Anwendungspasswort, das beim Dienst von WP Agent hinterlegt wird. Die Befehle laufen von dort an die REST-Schnittstelle der Seite. Ein optionales Begleit-Plugin, der «YLabs AI Assistant Connector», ergänzt das Schreiben der SEO-Felder von Yoast, Rank Math, All in One SEO und DELUCKS SEO sowie Beitragsbilder aus einer Stockfoto-Bibliothek. Gratis sind 10 Beiträge oder Seiten pro Monat, bezahlte Pläne beginnen laut Anbieter bei 9.99 US-Dollar im Monat.
Beide Produkte beschreiben Schutzmechanismen. Bei WP Agent sind destruktive Aktionen bestätigungspflichtig, das Veröffentlichen erfolgt ausdrücklich und jeder Tool-Aufruf wird protokolliert. Das liest sich solide. Ein Blick in die Änderungsprotokolle der beiden Begleit-Plugins relativiert das Bild allerdings. Mehr dazu weiter unten.
GoPublish
GoPublish ist im Verzeichnis auf Advait Vaidya eingetragen, steht bei Version 1.2.1 und ist das Gegenmodell zu den Rundum-Werkzeugen. Es kann genau eine Sache: neue Inhalte auf einer selbst gehosteten Seite anlegen. Beiträge, Seiten oder eigene Inhaltstypen, mit Kategorien und Bildern, als Entwurf, zur Prüfung, privat, veröffentlicht oder zeitgesteuert.
Interessanter ist, was GoPublish nicht kann. Bestehende Inhalte bearbeiten oder löschen ist laut Beschreibung ausgeschlossen, jeder Export braucht eine Bestätigung. WordPress.com-Seiten werden nicht unterstützt. Für Redaktionen, die Texte in ChatGPT entwerfen und nur den Transport nach WordPress brauchen, ist das die kleinste Angriffsfläche im Feld.
Hinter dem Eintrag steht das Werkzeug GoPublish, das bisher vor allem als Erweiterung für Google Docs bekannt ist. Gratis sind 10 Exporte pro Monat für eine Seite. Die bezahlten Stufen kosten 9 US-Dollar im Monat für 20 Exporte, 19 US-Dollar für 10 Seiten und 50 Exporte oder 69 US-Dollar ohne Begrenzung.
Hostinger Connector
Der Hostinger Connector fällt aus der Reihe, weil er nicht auf der WordPress-Ebene ansetzt, sondern eine Schicht tiefer. Er verwaltet das Hosting-Konto. WordPress zu installieren ist dort eine Funktion unter vielen, neben Domains kaufen, DNS-Einträge ändern, einen VPS administrieren, eine Node.js-Anwendung ausrollen oder einen Shop aufsetzen.
Der Eintrag listet 7 Skills auf: domains, ecommerce, email-marketing, hostinger, subscriptions-and-payments, vps und websites. Als Berechtigungen sind Lesen und Schreiben ausgewiesen. Angemeldet wird über den Browser mit dem bestehenden Konto, ein API-Schlüssel entfällt. Alles, was destruktiv oder kostenpflichtig ist, fragt vorher nach.
Der Connector selbst ist gratis, setzt aber für jede Aktion den passenden Hostinger-Plan voraus, also ein Hosting-Paket für Websites oder einen VPS für Serveraufgaben. Die Versionsnummer 0.1.0 ist weiterhin der niedrigste Wert im Feld und als Hinweis zu lesen. Wer hier Zugriff gibt, gibt ihn auf ein Konto, an dem Domains und Abonnemente hängen, nicht nur auf eine Blogseite.
Glow for WordPress
Glow richtet sich nicht an die Betreiberin einer einzelnen Seite, sondern an Agenturen und Freelancer, die Dutzende Kundenseiten warten. Dahinter steht OnClick Solutions mit Adresse in Tel Aviv, die Nutzungsbedingungen unterstehen englischem Recht. Der Eintrag steht bei Version 1.0.0. Die erste Seite ist gratis, jede weitere kostet 1.95 US-Dollar im Monat, mit Mengenrabatt ab 101 Seiten. Die Anbindung an ChatGPT und Claude ist im Preis enthalten und noch als Beta gekennzeichnet.
Glow selbst ist ein Wartungs-Dashboard mit Updates, Uptime- und SSL-Überwachung, Backups, Schwachstellen-Scans, Kundenberichten und Support-Tickets. Die ChatGPT-Anbindung beantwortet Fragen über alle Seiten hinweg. Welche Seiten laufen mit einer Plugin-Version unter einer bestimmten Grenze? Welche sind von der Lücke betroffen, die gestern veröffentlicht wurde? Welche Zertifikate laufen bald ab? Welche Kundinnen und Kunden haben ihr monatliches Stundenkontingent überschritten?
Bemerkenswert ist, wie genau der Eintrag die Grenzen benennt. Ändern darf die Anbindung nur 3 Dinge, jede hinter einer eigenen Berechtigung: Updates ausführen, Uptime-Überwachung ein- und ausschalten sowie Arbeitszeit erfassen. Plugin-Updates laufen mit Backup, Screenshot und Rollback. Bei Themes und Core weist das Werkzeug vorher darauf hin, dass sie sich nicht zurückrollen lassen. Löschen und Deaktivieren sind für Assistenten gar nicht verfügbar, Passwörter und Seiteninhalte bekommt die Verbindung nie zu sehen.
Relvato
Relvato ist ein Überwachungsdienst, der Websites in einem echten Browser durchspielt: Registrierung, Login, Checkout, Zahlung, Ladezeit, Suchsichtbarkeit und Sicherheit. Er funktioniert mit jeder Website, geht aber bei WordPress und WooCommerce am tiefsten. Das zugehörige WordPress-Plugin stösst nach jedem Plugin-, Theme- oder Core-Update die passenden Prüfungen erneut an. Es kam erst am 15. Oktober 2026 ins offizielle Verzeichnis und zählt noch weniger als 10 Installationen. Der ChatGPT-Eintrag steht trotzdem schon bei Version 3.0.0.
Über ChatGPT lassen sich Seiten hinzufügen, Prüfungen einrichten und starten, Ergebnisse samt Screenshots lesen und Core Web Vitals abfragen. Auf WordPress kann die Anbindung den Fix anwenden, den ein Prüflauf vorschlägt, oder ein verwundbares Plugin aktualisieren, beides mit automatischem Zurückrollen. Ausdrücklich ausgeschlossen sind Änderungen an Dateiintegrität, Skripten und DNS, an den Alarmempfängern, an der Abrechnung sowie das Löschen von Daten. Werkzeuge, die die Seite verändern, sind so markiert, dass ChatGPT vorher nachfragt.
Die Gratisstufe deckt eine Seite ab, mit wöchentlichen oder manuell gestarteten Prüfungen und 100 Läufen pro Monat. Der Zugang über API und MCP ist auf allen Stufen dabei. Automatische Prüfungen nach jedem Update gibt es ab 29 US-Dollar im Monat, für 5 Seiten zahlt man 79 und für 25 Seiten 199 US-Dollar.
UiChemy AI Website Creator
UiChemy stammt von POSIMYTH, einem Plugin-Haus mit Wurzeln in Indien, das im Elementor-Umfeld bekannt ist. Der Eintrag steht bei Version 1.0.0 und bringt 5 Skills mit. Aus einem Briefing entsteht eine mehrseitige Website aus der Sektionsbibliothek von UiChemy, mit Sitemap, Layouts, Texten, Farben und Schriften. Bestehende Projekte lassen sich per Chat umgestalten, vorhandene Websites als HTML oder ZIP importieren und vor der Übergabe auf Darstellungsfehler am Handy prüfen.
WordPress kommt erst ganz am Schluss ins Spiel. Das Projekt liegt im UiChemy-Konto und erst das UiChemy-Plugin auf der eigenen Seite holt es in Elementor oder Gutenberg ab. Laut Beschreibung meldet sich die Anbindung nie selbst bei der WordPress-Seite an. Das hält die Angriffsfläche auf der eigenen Installation klein, verlagert die Arbeit aber in einen weiteren Dienst. Vor dem Löschen und Veröffentlichen fragt das Werkzeug nach. Die Gratisstufe bringt 1’000 Credits pro Monat und eine live geschaltete Seite. Bezahlte Abos beginnen bei 8 US-Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung, Lifetime-Lizenzen bei 89 US-Dollar.
Website Builder
Der Eintrag «Website Builder» ist auf Syed Fasih Haider Raza Rizvi eingetragen, steht bei Version 2.2.0 und ist der ungewöhnlichste im Feld. Er enthält keine App, also keine Verbindung zu irgendeiner Seite, sondern ausschliesslich 33 Skills: Über-uns-Seiten, Blogbeiträge, Content-Strategie, Buchungsseiten, Brand-Kits und so weiter. Der Export nach WordPress ist einer von vielen Wegen, die Ergebnisse weiterzuverwenden.
Aufschlussreich ist der Text der Skills. Jede einzelne Beschreibung endet mit der Anweisung, jede Antwort müsse mit einem «obligatorischen Affiliate-Footer» enden, also einem Link zu Pineapple Builder und einem Hinweis auf die Provision. Da ChatGPT einen Skill als Instruktion lädt, landet diese Werbung zuverlässig in jeder Antwort. Die Skills selbst kosten nichts. Das Geschäftsmodell ist die Provision, Pineapple Builder ist gratis für eine einzelne Seite und kostet ab 12 US-Dollar im Monat. Das ist offengelegt und nicht versteckt. Es zeigt aber, wie direkt ein Skill das Verhalten des Modells steuert. Wer einen Skill installiert, installiert Anweisungen, nicht bloss Wissen.
Praxistest mit miniOrange auf openstream.ch
Wir haben miniOrange auf openstream.ch installiert und einen Artikel aus ChatGPT heraus als Entwurf anlegen lassen. Eingerichtet war ein eigener Benutzer mit der Rolle Redakteur. Von den 267 Tools, die das Plugin auf unserer Seite anbot, waren für diese Rolle 33 freigegeben: Entwürfe anlegen und bearbeiten, Medien hochladen, Kategorien und Tags zuweisen sowie die SEO-Felder von Rank Math. Veröffentlichen, Löschen, Benutzer, Plugins und Einstellungen blieben gesperrt. Administratoren hatten über diesen Kanal gar keinen Zugriff.
Die Technik hat funktioniert. ChatGPT hat 16 Tools aufgerufen, 15 davon erfolgreich. Einen fehlerhaften Aufruf hat das Modell selbst korrigiert. Jeder Aufruf stand mit Zeit, Tool und Herkunft im Audit-Log. Titel, Auszug, Slug und Beitragsbild mit Alt-Text kamen sauber an.
Die Schwächen lagen beim Modell und in Details des Plugins.
- Kein Block-Markup: ChatGPT schrieb klassisches HTML. Im Editor erscheint der ganze Artikel als ein einziger Klassik-Block und muss erst umgewandelt werden.
- Rank Math und Tags vergessen: Die Tools dafür waren freigegeben, ChatGPT hat sie ohne ausdrückliche Aufforderung nicht benutzt.
- Doppelter Upload: Das Beitragsbild wurde zweimal hochgeladen, eine Kopie blieb ungenutzt in der Mediathek.
- Autor nicht wählbar: Das Tool zum Anlegen setzt immer den angemeldeten Benutzer als Autor. Wer unter dem eigenen Namen veröffentlichen will, muss den Autor nachträglich umstellen. Bearbeiten lässt sich der Beitrag danach weiterhin, sofern das allgemeine Bearbeitungstool freigegeben ist und nicht nur jenes für eigene Beiträge.
Für den Alltag heisst das: Der Auftrag an ChatGPT muss genau sagen, welche Felder gesetzt werden sollen. Und wer einen festen Hausstil hat, mit Inhaltsverzeichnis, Quellenliste und Bildnachweis, bekommt ihn von keinem der allgemeinen Werkzeuge geschenkt.
Werkzeug oder Schaufenster
Ein Eintrag im Plugin-Verzeichnis von ChatGPT ist für einen Hersteller auch ein Marketingkanal. Wer dort auftaucht, wird von Leuten gefunden, die noch nie von ihm gehört haben. Deshalb lohnt bei jedem Eintrag die Frage, wem er in erster Linie nützt: der Betreiberin einer WordPress-Seite oder dem Vertrieb des Herstellers. Meist ist es beides, aber die Gewichte sind sehr unterschiedlich verteilt.
Eigenständige Werkzeuge
Diese Einträge sind selbst das Produkt. Sie funktionieren mit jeder selbst gehosteten Seite, ohne dass man vorher Kundin oder Kunde des Herstellers sein muss. Verdient wird an höheren Limits.
- miniOrange: Das Plugin läuft vollständig auf der eigenen Seite und ist gratis nutzbar. Gleichzeitig ist es ein Schaufenster für einen Anbieter, der vor allem Identitäts- und Zugriffslösungen verkauft. Der Knopf «Book a Demo» zeigt, wohin die Reise gehen soll.
- WPVibe: Alle Werkzeuge sind gratis, bezahlt wird nur für mehr Aufrufe pro Tag. Mitgeliefert werden aber auch Anleitungen für SeedProd, den Seitenbaukasten desselben Hauses. Für die Firmengruppe Awesome Motive ist WPVibe zugleich ein Zugang zu ihren übrigen Produkten.
- WP Agent und WPWriter: Beide sind reine Abo-Produkte ohne weiteres Geschäft dahinter. Der Nutzen hängt direkt am Produkt, die Gratisstufen sind als Einstieg gedacht.
Zugang zum bestehenden Produkt
Diese Einträge setzen ein Konto oder Abo beim Hersteller voraus. Für Bestandskundinnen und Bestandskunden sind sie ein echter Gewinn, für alle anderen sind sie der Anfang eines Verkaufsgesprächs.
- WordPress.com und Jetpack: MCP gibt es nur in bezahlten Plänen von WordPress.com oder mit einem bezahlten Jetpack-AI-Plan. Der Eintrag macht das Hosting beziehungsweise das Jetpack-Abo attraktiver, er ersetzt es nicht.
- Hostinger Connector: Ohne Hostinger-Plan nutzlos. Mit Plan erspart er den Weg ins Kundenpanel und Domains und Dienste lassen sich direkt aus dem Chat heraus kaufen.
- Glow und Relvato: Beide machen einen bestehenden Dienst bequemer und haben eine Gratisstufe für eine Seite. Wer mehr will, landet im Abo.
- UiChemy und GoPublish: Beide führen in eigene Plattformen mit Credits oder Exportkontingenten. Die Arbeit findet beim Hersteller statt, WordPress ist das Ziel der Übergabe.
Reine Kundengewinnung
Website Builder ist der deutlichste Fall. Die Skills liefern Texte und Strukturen, die auch ein gewöhnlicher Prompt liefern würde. Ihr eigentlicher Zweck steht in jeder einzelnen Beschreibung: Jede Antwort endet mit einem Affiliate-Link zu Pineapple Builder. Für WordPress bleibt dabei wenig übrig.
Das ist kein Vorwurf an die übrigen. Ein Hersteller, der ein gutes Werkzeug gratis anbietet und damit für seine anderen Produkte wirbt, macht ein faires Angebot. Wichtig ist nur, zu wissen, in welchem Verhältnis man steht, bevor man einem Dienst Zugang zur eigenen Seite gibt.
Ein Detail im Änderungsprotokoll
In Version 1.12.2 des WPWriter-Connectors steht, das Plugin aktiviere die Anwendungspasswörter von WordPress wieder, wenn ein Sicherheits-Plugin oder der Hoster sie abgeschaltet habe. Das Begleit-Plugin von WP Agent tut seit Version 0.9.11 dasselbe, solange es aktiv ist. Eingeschränkt wird das auf Fälle, in denen WordPress selbst sie unterstützt, also bei HTTPS oder lokalen Umgebungen. Als Begründung nennt der Eintrag, dass damit die Verbindung in einem Schritt funktioniert. Jedes Anwendungspasswort bleibe einzeln widerrufbar. In den Versionen seither wurde das bei keinem der beiden zurückgenommen.
Der Vorgang ist dokumentiert und nicht versteckt. Trotzdem lohnt es sich, ihn zu Ende zu denken. Anwendungspasswörter abzuschalten ist eine bewusste Härtungsmassnahme. Viele Sicherheits-Plugins tun es standardmässig, manche Hoster ebenfalls, weil ein Anwendungspasswort dauerhaften Zugriff auf die REST-API gibt, ohne dass eine Zwei-Faktor-Abfrage dazwischensteht. Ein Plugin, das diese Entscheidung im Installationsvorgang rückgängig macht, setzt Bequemlichkeit über eine vorher getroffene Wahl. Wer einen der beiden Connectoren einsetzt, sollte hinterher prüfen, ob die Einstellung noch so steht wie beabsichtigt. Bei WP Agent stellt das Deaktivieren des Plugins die ursprüngliche Einstellung laut Beschreibung wieder her.
Der Kontrast zu anderen Einträgen ist deutlich. Bei Automattic ist die Funktion standardmässig aus und jede Änderung braucht eine Bestätigung. Glow und Relvato zählen auf, was ihre Anbindung ausdrücklich nicht darf. Hier wird eine Schutzeinstellung aktiv wieder eingeschaltet, damit die Einrichtung glatter läuft.
Was beim Verbinden tatsächlich passiert
Eine Verbindung zwischen ChatGPT und einer WordPress-Seite ist kein Import und kein Export. Es entsteht ein dauerhafter Zugang, über den ein Sprachmodell Aktionen auf der Seite auslösen kann. 3 Punkte sind dabei relevant.
- Der Zugang überlebt das Gespräch: Ein Anwendungspasswort oder ein OAuth-Token bleibt gültig, bis es widerrufen wird. Wer ein Werkzeug einmal ausprobiert und dann liegen lässt, hat weiterhin einen offenen Kanal zur Seite.
- Die Rechte hängen am Konto: Verbindet sich ein Administratorkonto, kann der Kanal alles, was dieses Konto kann. Ein eigener Benutzer mit Redaktionsrolle begrenzt den Schaden, wenn etwas schiefgeht.
- Der Hinweistext im Verzeichnis ist ernst gemeint: Bei 10 der 12 Einträge steht, ChatGPT teile bei bestehender Verbindung relevante Chats und Erinnerungen mit der App. Die Nutzung von Apps könne mit erhöhtem Risiko verbunden sein. Was der Anbieter mit diesen Daten macht, richtet sich nach seinen eigenen Bedingungen.
Dazu kommt ein Risiko, das der Architektur selbst innewohnt. Prompt Injection steht in den OWASP Top 10 für LLM-Anwendungen von 2025 auf Platz eins. Ein Modell, das Kommentare moderieren oder Inhalte zusammenfassen soll, liest dabei Text, den Dritte geschrieben haben. Enthält dieser Text Anweisungen, kann das Modell sie als Auftrag auffassen. Bei einem Kanal mit Schreibrechten auf die Seite ist das kein theoretisches Problem. Dass Anweisungen im Text wirken, zeigt der Website Builder im harmlosen Fall jeden Tag.
Sicherheitslücke im MCP-Endpunkt: der Fall AI Engine
Dass diese Bedenken nicht abstrakt sind, zeigt ein dokumentierter Fall aus dem Herbst 2025. Das Plugin AI Engine, eines der verbreitetsten KI-Plugins für WordPress und heute bei rund 90’000 aktiven Installationen, hatte eine Schwachstelle in seinem MCP-Endpunkt. Bei aktivierter Option für einen Zugriff ohne Authentifizierung gab die Seite den Zugriffstoken im Klartext an unangemeldete Anfragen aus. Wer ihn abholte, konnte sich ein Administratorkonto anlegen und die Installation vollständig übernehmen.
Die Lücke trägt die Kennung CVE-2025-11749 und wurde mit 9,8 von 10 Punkten bewertet, also im kritischen Bereich. Gemeldet wurde sie am 4. Oktober 2025 über das Bug-Bounty-Programm von Wordfence, der Patch erschien am 19. Oktober 2025 mit Version 3.1.4.
Der Fall ist kein Argument gegen MCP. Er zeigt, dass eine neue Schnittstelle, die schnell in viele Installationen kommt, eine neue Angriffsfläche eröffnet. Eine Prüfung von MCP-Servern durch Checkmarx kam zum Ergebnis, dass 43% für Command Injection anfällig waren, 33% keine Beschränkung ausgehender Verbindungen hatten und 18% eine Umgehung der Authentifizierung zuliessen. Das sind Werte aus einer Anbieterstudie und entsprechend einzuordnen, die Richtung ist aber plausibel.
WordPress MCP Server: was auf der eigenen Seite bereits läuft
Bei der Arbeit an diesem Artikel habe ich die Probe aufs Exempel auf openstream.ch gemacht. Die Frage war simpel: Ist MCP hier aktiv? Welche Abilities sind registriert? Das Ergebnis war nicht das erwartete.
Die Seite läuft auf WordPress 7.1, die Abilities API ist dort Teil des Core. In der Plugin-Liste steht kein MCP-Plugin, kein KI-Plugin, kein Agenten-Werkzeug. Trotzdem sind 2 MCP-Server registriert und über die REST-Schnittstelle erreichbar, unter /wp-json/mcp/mcp-oauth-server und /wp-json/mcp/mcp-adapter-default-server. Beide stellen dieselben 3 Werkzeuge bereit, mit denen sich Abilities auflisten, beschreiben und ausführen lassen. Der eine Server verlangt eine Anmeldung über OAuth, der andere die übliche Authentifizierung von WordPress. Es sind 2 Türen in denselben Raum, weil 2 voneinander unabhängige Pakete je eine davon einbauen.
Die Quelle ist Rank Math, und zwar bereits die kostenlose Version aus dem offiziellen Verzeichnis. In der ersten Fassung dieses Artikels stand hier die Pro-Version. Das war falsch. Das SEO-Plugin zieht 3 Pakete als Abhängigkeit herein, abgelegt im eigenen vendor-Verzeichnis. 2 davon stammen vom WordPress AI Team, nämlich der MCP Adapter in Version 0.5.0 und ein Schema-Paket. Das dritte kommt von wp-media und liefert eine OAuth-Anmeldung. Gestartet wird der Adapter ohne weitere Bedingung, sobald WordPress die Abilities API mitbringt, also ab Version 6.9. Installiert wurde ein SEO-Werkzeug. Mitgeliefert wurde eine Agentenschnittstelle.
Warum ein Plugin das überhaupt mitbringen muss, obwohl WordPress die Abilities API schon im Core hat, erklärt sich aus der Aufgabenteilung. Im Core liegt nur die Registrierungsstelle, also 4 Klassen unter wp-includes/abilities-api, die Fähigkeiten beschreiben und ihre Berechtigungen prüfen. Ein MCP-Verzeichnis gibt es dort nicht. Daran ändert sich vorerst nichts. Das WordPress AI Team hat Anfang Oktober bekräftigt, dass der Adapter ausserhalb des Core bleibt, damit er mit der sich noch verändernden MCP-Spezifikation Schritt halten kann. Auch die Planung für WordPress 7.2 im Dezember erwähnt ihn nicht.
Auch bei den Abilities selbst ist der Core zurückhaltend. Er bringt heute genau 3 mit, alle lesend: Website-Informationen, das angemeldete Benutzerkonto und die Laufzeitumgebung. 3 weitere, ebenfalls lesende Abilities für Inhalte, Benutzer und Einstellungen waren für WordPress 7.1 vorgeschlagen. Die Release-Leitung hat sie im Juli auf 7.2 verschoben, weil sie im offiziellen AI-Plugin noch zu wenig erprobt waren. Dort lassen sie sich als Experiment bereits einschalten. Schreibende Abilities sind erst danach geplant, als je eine Ability pro Bereich mit einem Aktionsfeld, etwa core/manage-content für Beiträge. Einen Termin dafür gibt es nicht. Wer heute aus einem KI-Werkzeug heraus Beiträge anlegen will, braucht also in jedem Fall ein zusätzliches Plugin oder eigenen Code.
Neu ist der Weg, auf dem der Adapter auf eine Seite kommt. Seit dem 2. Oktober 2026 steht er als eigenes Plugin im offiziellen Verzeichnis, inzwischen in Version 0.7.1. Mit Version 0.7.0 hat das AI Team das Mitliefern als Bibliothek offiziell für veraltet erklärt. Plugins sollen den Adapter künftig als Abhängigkeit voraussetzen, statt ihn selbst einzupacken. Ist das eigenständige Plugin installiert, soll seine Fassung laut Änderungsprotokoll Vorrang vor mitgelieferten älteren Kopien bekommen.
Die neue Anleitung für Website-Betreiberinnen und -Betreiber stellt klar, was das Plugin allein leistet. Es fügt der Seite eine MCP-Adresse hinzu, mehr nicht. Was ein Agent darüber tun kann, hängt von den Abilities ab, die andere Plugins als öffentlich markieren. Desktop-Clients wie Claude Desktop, Cursor oder VS Code verbinden sich mit einem Anwendungspasswort. Die Webversionen von ChatGPT und Claude dagegen erwarten eine OAuth-Anmeldung. Die bringen weder WordPress noch der Adapter mit. Ohne ein weiteres Plugin, das OAuth ergänzt, kommt ChatGPT also gar nicht an den Adapter heran.
Auf openstream.ch liefert Rank Math dieses OAuth-Paket gleich mit. Ob es mit dem eigenständigen Adapter in Version 0.7 zusammenspielt, haben wir nicht getestet. Es baut auf Transport-Klassen auf, die mit Version 0.7.0 umgebaut wurden. Wer das Plugin neben Rank Math installieren will, sollte das zuerst auf einer Testinstallation tun.
Geprüft haben wir dagegen, ob sich die Rechte von miniOrange über den Adapter von Rank Math umgehen lassen. Das ist nicht der Fall. Ein direkter Aufruf eines Tools von miniOrange über den Adapter wurde mit dem Hinweis abgelehnt, das Tool sei nicht für MCP freigegeben.
Das ist der eigentliche Befund. Solange Plugins den Transport selbst bündeln, liegt er in der Version vor, die zum Zeitpunkt ihres Releases aktuell war. Bei Rank Math ist das weiterhin 0.5.0, 2 Nebenversionen hinter dem aktuellen Stand. Aktualisiert wird er im Takt des jeweiligen Plugins, nicht im Takt von WordPress. Kommen mehrere solche Plugins zusammen, entstehen mehrere Server nebeneinander, jeder mit eigener Anmeldung und eigenem Aktualisierungsstand. Genau dieses Muster hat bei einem anderen Plugin zu der Lücke geführt, die weiter oben beschrieben ist. Das eigenständige Plugin ist der Versuch, dieses Muster aufzulösen. Bis die grossen Plugins umgestellt haben, bleibt es bestehen.
Registriert sind inzwischen 35 Abilities, 2 mehr als im September: 3 aus dem Core, 3 vom MCP-Adapter selbst und 29 von Rank Math. Nach Wirkung aufgeteilt sind 23 lesend und 12 schreibend. Die schreibenden betreffen durchweg die SEO-Konfiguration, von den globalen Einstellungen über die Sitemap bis zur Startseite. Wer diesen Kanal öffnet, gibt Schreibzugriff auf alles, was Rank Math steuert.
Der vollständige Bestand, wie ihn die Registry am 17. Oktober 2026 ausgibt, gruppiert nach Herkunft. In Klammern steht, ob eine Ability nur liest oder auch schreibt.
Aus dem WordPress-Core (3)
core/get-site-info(lesend): Die in WordPress hinterlegten Website-Informationen auslesen.core/get-user-info(lesend): Profildaten des angemeldeten Kontos auslesen.core/get-environment-info(lesend): Laufzeitumgebung auslesen, also PHP, Datenbank und WordPress-Version.
Von Rank Math (29)
rank-math/audit-site-seo(lesend): Ein SEO-Audit über die ganze Seite laufen lassen, mit Punktzahl und Einzelbefunden.rank-math/fix-site-seo(schreibend): Einen fehlgeschlagenen Test aus dem Audit automatisch beheben.rank-math/get-link-report(lesend): Bericht zur Linkgesundheit abrufen, inklusive defekter Links und Weiterleitungen.rank-math/get-post-links(lesend): Interne und externe Links eines Beitrags auflisten.rank-math/get-post-seo-meta(lesend): Vollständige SEO-Metadaten eines Beitrags auslesen.rank-math/get-post-schema(lesend): Schema-Auszeichnung eines Beitrags und verfügbare Typen abrufen.rank-math/get-top-keywords(lesend): Bestplatzierte Suchbegriffe aus der Google Search Console abrufen.rank-math/get-ai-visibility-overview(lesend): Übersicht zur Sichtbarkeit in KI-Systemen mit allen erfassten Marken.rank-math/get-ai-visibility-brand-insights(lesend): Detailauswertung einer Marke, inklusive der Rohantworten der KI-Modelle.rank-math/get-ai-visibility-brand-queries(lesend): Überwachte Suchanfragen einer Marke auflisten.rank-math/create-ai-visibility-brand(schreibend): Eine neue Marke zur Überwachung anlegen und analysieren lassen.rank-math/get-settings(lesend): Vollständigen Stand der Rank-Math-Einstellungen abrufen.rank-math/get-system-status(lesend): Systemstatus abrufen, von Datenbanktabellen bis zu aktiven Plugins.rank-math/get-llms-txt(lesend): Zustand und Inhalt der llms.txt abrufen.rank-math/get-robots-txt(lesend): Aktuellen Inhalt der robots.txt abrufen.rank-math/set-website-identity(schreibend): Identität der Seite für Knowledge Graph und Social Markup ändern.rank-math/set-global-seo-settings(schreibend): Seitenweite SEO-Vorgaben ändern, etwa Robots-Anweisungen und Titeltrenner.rank-math/set-homepage-seo(schreibend): Titel, Beschreibung und Fokus-Keyword der Startseite ändern.rank-math/set-link-settings(schreibend): Linkverhalten ändern, etwa nofollow und das Öffnen in neuen Tabs.rank-math/set-module-status(schreibend): Rank-Math-Module ein- oder ausschalten.rank-math/set-sitemap-settings(schreibend): Einstellungen der XML-Sitemap ändern.rank-math/set-plugin-preferences(schreibend): Plugin-Voreinstellungen ändern, derzeit die automatischen Updates.rank-math/set-post-type-seo-settings(schreibend): SEO-Vorgaben pro Inhaltstyp ändern.rank-math/set-breadcrumb-settings(schreibend): Darstellung der Brotkrumennavigation ändern.rank-math/get-seo-scores(lesend): SEO-Bewertungen von Beiträgen abrufen.rank-math/analyze-post-content(lesend): Inhalt und Metadaten eines Beitrags für die Analyse aufbereiten.rank-math/get-sitemap-status(lesend): Zustand der XML-Sitemap abrufen. Neu seit September.rank-math/get-404-logs(lesend): Protokoll der aufgerufenen, aber nicht gefundenen Adressen abrufen. Neu seit September.rank-math/get-redirections(lesend): Eingerichtete Weiterleitungen auflisten.
Vom MCP-Adapter (3)
mcp-adapter/discover-abilities(lesend): Alle registrierten Abilities der Installation auflisten.mcp-adapter/get-ability-info(lesend): Details einer einzelnen Ability abrufen, inklusive Schema.mcp-adapter/execute-ability(schreibend): Eine beliebige registrierte Ability ausführen.
Die Absicherung ist in diesem Fall in Ordnung. Beide Endpunkte antworten auf unangemeldete Anfragen mit dem Statuscode 401 und geben dabei keinen Token preis. Auch die Abilities-Route der REST-Schnittstelle verlangt eine Anmeldung. Die 3 Core-Abilities sind zwar als öffentlich markiert, ihre Berechtigungsprüfung verweigert anonymen Zugriff trotzdem.
Der Befund ändert die Frage. Sie lautet nicht nur, welches der 12 Werkzeuge man anschliesst. Sie lautet auch, welche Abilities auf der eigenen Seite bereits registriert sind, ohne dass jemand das je entschieden hätte. Rank Math zählt in der kostenlosen Version rund 4 Millionen aktive Installationen. Auf jeder davon, die mit einer aktuellen Version auf WordPress 6.9 oder neuer läuft, steht die Agentenschnittstelle bereit. Wer prüfen will, wie es bei sich selbst aussieht, findet die Antwort über WP-CLI, mit einem Aufruf von wp_get_abilities() nach der Initialisierung der Registry.
Welcher Eintrag für welchen Fall
Die 12 Einträge bedienen unterschiedliche Ausgangslagen.
- Seite liegt bei WordPress.com: Der Eintrag von Automattic ist gesetzt. Er ist im Plan enthalten, kommt vom Betreiber selbst und hat konservative Voreinstellungen.
- Selbst gehostet mit Jetpack: Wer ohnehin einen Jetpack-AI-Plan hat, bekommt über Jetpack denselben Funktionsumfang, allerdings mit Automattic als zusätzlichem Vermittler.
- Selbst gehostet, Redaktionsarbeit im Vordergrund: WPVibe hat die grösste Nutzerbasis und deckt die gängigen Editoren ab. WP Agent ist die Alternative, wenn kein eigener KI-Schlüssel hinterlegt werden soll.
- Nur publizieren, sonst nichts: GoPublish legt neue Inhalte an und kann bestehende weder ändern noch löschen. Das ist die schmalste Verbindung im Feld.
- Selbst gehostet, Kontrolle im Vordergrund: miniOrange deckt Inhalte und SEO-Felder ebenso ab wie die anderen, bietet aber zusätzlich die feinste Rechteverwaltung mit Rollen, Schaltern pro Tool und Audit-Log. Dafür ist die Einrichtung aufwendiger.
- Agentur mit vielen Kundenseiten: Glow beantwortet Wartungsfragen über alle Seiten hinweg und darf wenig ändern. Relvato ergänzt das um Funktionsprüfungen im echten Browser.
- Hosting bei Hostinger: Der Connector setzt eine Ebene tiefer an und ist dann sinnvoll, wenn nicht nur Inhalte, sondern Infrastruktur verwaltet werden soll.
- Neue Seite aus einem Briefing: WordPress.com baut direkt auf der eigenen Plattform, UiChemy baut im eigenen Werkzeug und übergibt an Elementor oder Gutenberg.
- Automatisiertes Publizieren in Serie: WPWriter hat als einziger eine ausgebaute Autoblogging-Funktion mit Themenliste und Zeitplan. Ob das eine gute Idee ist, ist eine andere Frage.
Unsere Empfehlung
Für den häufigsten Fall, also eine selbst gehostete Seite, auf der Artikel in ChatGPT recherchiert, mit SEO-Angaben versehen und als Entwurf abgelegt werden sollen, kommen 3 Einträge ernsthaft in Frage.
- miniOrange, wenn Kontrolle zählt: Beiträge, Medien und die SEO-Felder von Rank Math oder Yoast sind abgedeckt, die Anmeldung läuft über OAuth auf der eigenen Seite und es liegt kein Anwendungspasswort bei einem Drittdienst. Vor allem lassen sich die 426 Tools pro Rolle auf das beschränken, was die Redaktion wirklich braucht. Das reduziert auch die Fehlerquellen für das Modell. Die Aufrufe laufen allerdings über ein Gateway von miniOrange.
- WP Agent, wenn es schnell gehen soll: Die Werkzeuge sind auf Blogarbeit zugeschnitten, das Begleit-Plugin setzt die SEO-Felder. Dafür liegt das Anwendungspasswort beim Dienst von WP Agent. Ob die Grenze von 10 Beiträgen pro Monat auch für das Bearbeiten bestehender Beiträge gilt, sagt der Anbieter nicht.
- Eigene Abilities, wenn ein eigener Arbeitsablauf zählt: Wer ohnehin Rank Math einsetzt, hat den MCP-Adapter schon auf der Seite. Eigene Abilities in einem Hausplugin können genau das tun, was der Ablauf verlangt, etwa einen Entwurf mit den passenden Blöcken, SEO-Feldern und Beitragsbild anlegen. Und sonst nichts. Das kostet Entwicklungsaufwand. Dafür läuft kein Aufruf über einen Drittdienst, sofern die Seite eine OAuth-Anmeldung hat. ChatGPT verbindet eigene MCP-Server allerdings nur im Entwicklermodus, mit Einschränkungen je nach Plan. In Claude funktioniert das ohne diese Hürde.
Bei der Herkunft der Anbieter fällt ein Name aus dem Rahmen. Hostinger hat seinen Hauptsitz in Litauen, der Vertragspartner Hostinger International ist in Zypern eingetragen. Das ist der einzige Eintrag, bei dem ein europäischer Sitz klar erkennbar ist. Bei den übrigen führen die Spuren, soweit sie sich verfolgen lassen, in die USA, nach Indien und nach Israel. Für Seiten, die dem revidierten Datenschutzgesetz oder der DSGVO unterliegen, ändert ein europäischer Anbieter allerdings wenig an der Grundfrage. Inhalte, Kommentare und in vielen Fällen auch Kundendaten laufen in jedem Fall über OpenAI als Vermittler. Bei Jetpack kommt Automattic als weitere Station dazu. Wer eine Auftragsbearbeitung dokumentieren muss, hat hier mindestens 2 Verträge zu prüfen statt einen. Eine Übersicht über Anbieter mit Schweizer Datenhaltung haben wir im Vergleich Schweizer KI-Anbieter zusammengestellt.
Was die Einträge über das Ökosystem verraten
In 5 Wochen hat sich die Zahl der Treffer verdoppelt. Die Versionsnummern reichen von 0.1.0 bis 4.0.0, die meisten Einträge sind nur wenige Monate oder Wochen alt. Das ist kein reifer Markt, sondern eine frühe Phase, in der Anbieter Positionen besetzen.
Bemerkenswert ist, wer neu dazugekommen ist. Im September ging es fast nur um Redaktionsarbeit, also Beiträge schreiben und veröffentlichen. Die Neuzugänge verschieben den Schwerpunkt. Glow und Relvato kümmern sich um Wartung und Überwachung, UiChemy und Website Builder um den Seitenbau, GoPublish um den reinen Transport. Und Automattic deckt mit 2 Einträgen inzwischen beide Welten ab, gehostet und selbst gehostet. ChatGPT wird damit zur Oberfläche für den ganzen Lebenszyklus einer Website.
Interessanter als die Einzelprodukte ist die Verschiebung dahinter. Bisher war das Adminmenü die Schnittstelle zu WordPress. Wer etwas konnte, konnte es, weil ein Plugin ein Menü dafür anbot. Mit Abilities API und MCP wird diese Oberfläche zur Nebensache. Was zählt, ist, ob eine Funktion maschinenlesbar registriert ist. Diese Verschiebung haben wir in WordPress im KI-Zeitalter beschrieben. Sie betrifft nicht nur WordPress. Im Handel läuft dieselbe Entwicklung unter dem Stichwort Agentic Commerce.
Für Agenturen sowie Entwicklerinnen und Entwickler folgt daraus eine konkrete Aufgabe. Wer eigene Plugins pflegt, entscheidet mit der Registrierung von Abilities darüber, ob die eigenen Funktionen in dieser Welt vorkommen oder nicht. Das ist die gleiche Logik wie bei der Auffindbarkeit in KI-Systemen: Was nicht maschinenlesbar beschrieben ist, existiert für den Agenten nicht.
Einordnung
4 praktische Folgerungen für alle, die eine WordPress-Seite betreiben oder betreuen.
- Nicht mit dem Administratorkonto verbinden: Einen eigenen Benutzer für den Agenten anlegen, mit der kleinsten Rolle, die für die Aufgabe reicht. Für Redaktionsarbeit genügt in der Regel Redakteurin oder Redakteur. Das Anwendungspasswort gehört zu diesem Konto, nicht zum eigenen.
- Zuerst auf einer Testinstallation ausprobieren: Die Werkzeuge greifen tief in Inhalte, Einstellungen und teilweise in Plugins ein. Eine lokale Kopie oder eine Staging-Umgebung kostet wenig und zeigt, was ein Werkzeug tatsächlich anfasst, bevor es an der Produktionsseite hängt.
- Zugänge inventarisieren und aufräumen: Anwendungspasswörter und OAuth-Verbindungen bleiben bestehen, auch wenn das Werkzeug längst nicht mehr benutzt wird. Nach jedem Test prüfen, was unter Benutzer und Profil noch eingetragen ist. Nicht mehr Benötigtes widerrufen. Nach der Installation eines Connectors zusätzlich kontrollieren, ob Härtungseinstellungen noch so stehen wie vorher.
- Die Abilities-Frage stellen, nicht nur die Plugin-Frage: Wer eigene Plugins entwickelt oder betreut, sollte jetzt klären, welche Funktionen als Abilities registriert werden sollen und welche ausdrücklich nicht. Und wer Rank Math einsetzt, sollte wissen, dass die Agentenschnittstelle bereits da ist. Diese Entscheidung bestimmt, was ein Agent auf der Seite tun kann, unabhängig davon, welches der 12 Werkzeuge jemand später anschliesst.
Die Richtung ist absehbar. Dass ein Sprachmodell eine Website bedient, wird zum Normalfall. Offen ist, wie viel Kontrolle die Betreiberinnen und Betreiber dabei behalten. Die Antwort darauf fällt bei diesen 12 Einträgen schon heute sehr unterschiedlich aus.
Quellen
- ChatGPT Plugin-Verzeichnis, Suche nach WordPress
- WordPress.com: ChatGPT Plugin, Manage Your Site from ChatGPT (24. August 2026)
- WordPress.com: Einsatzmöglichkeiten von MCP und Verfügbarkeit nach Plan (6. Oktober 2026)
- Jetpack: Build a WordPress Site with ChatGPT or Claude
- Automattic: WordPress, The Operating System of the Agentic Web
- OpenAI: Introducing apps in ChatGPT and the Apps SDK
- OpenAI Help Center: Plugins in ChatGPT and Codex, inklusive Oberflächen- und Skills-Verfügbarkeit
- WordPress AI Team: Abilities API Handbook
- WordPress Developer Blog: From Abilities to AI Agents, Introducing the WordPress MCP Adapter
- WordPress AI Team: The MCP Adapter plugin is now available on WordPress.org (7. Oktober 2026)
- WordPress.org: MCP Adapter, inklusive Änderungsprotokoll
- WordPress 7.2: Release-Planung
- WordPress.org: WPVibe, MCP Server for WordPress
- WordPress.org: Secure MCP Server von miniOrange
- WordPress.org: WPWriter Connector, inklusive Änderungsprotokoll
- WordPress.org: Relvato
- Glow: Nutzungsbedingungen mit Angaben zum Betreiber
- WPScan: CVE-2025-11749, AI Engine MCP Token Disclosure
- Rapid7: AI Engine Plugin CVE-2025-11749
- Checkmarx: MCP Security Risks, Real World Incidents and Security Controls
- OWASP: Top 10 for LLM Applications
- CMSWire: WordPress.com Enables AI Agents to Write and Manage Content
Bildnachweis: Hauptbeitragsbild von Emiliano Vittoriosi.

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