The Openstream #76 –Juli/August 2026

Openstream Zürich

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  • Google AI Search: Was jetzt für SEO wirklich zählt
  • Shopify Agentic Storefronts im DACH-Raum
  • AIVITY: GPU-Server und KI-Infrastruktur aus Zürich
  • Shopify Spring Edition 2026: Agentic Commerce wird konkret
  • Zwei KI-Szenarien für 2028 und was sie für Europa bedeuten
  • Die neue Rolle von Software Entwicklerinnen und Entwicklern
  • Zürcher Meetup Termine:

Liebe Leserinnen und Leser

KI verändert inzwischen weit mehr als einzelne Werkzeuge: Sie verschiebt, wie Menschen suchen, wie Produkte gefunden und gekauft werden und wie Software entsteht. Die Beiträge dieser Ausgabe zeigen diese Entwicklung von Google AI Search und Agentic Commerce bis zur neuen Rolle von Software Entwicklerinnen und Entwicklern.

Gleichzeitig wird die technische Infrastruktur hinter KI strategisch immer wichtiger: also die Rechenleistung, Serverstandorte und Plattformen, auf denen KI-Anwendungen betrieben werden. Mit neuen Schweizer Angeboten für KI-Rechenleistung und zwei möglichen KI-Szenarien für Europa richten wir den Blick deshalb auch auf Datenhoheit, Abhängigkeiten und die Entscheidungen, die Unternehmen heute treffen sollten.

Herzliche Grüsse
Nick & Co.

Google AI Search: Was jetzt für SEO wirklich zählt

Google baut die klassische Suche grundlegend um. Logan Kilpatrick, Product Lead für Google AI Studio und die Gemini API, brachte die Dimension der Veränderung im Mai 2026 auf den Punkt: Google rolle das grösste Upgrade der Search Box seit mehr als 25 Jahren aus. Die Suche werde mit KI neu gedacht, der AI Mode erhalte weltweit Gemini 3.5 Flash als Standardmodell.

Google AI Search: Was jetzt für SEO wirklich zählt

Für Website Betreiberinnen und Betreiber stellt sich damit eine dringende Frage: Wie müssen Inhalte und Websites gestaltet sein, damit sie nicht nur in klassischen Suchresultaten, sondern auch in AI Overviews und im AI Mode sichtbar bleiben?

Google hat dazu einen offiziellen Leitfaden zur Optimierung für generative KI-Funktionen veröffentlicht. Die wichtigste Botschaft ist überraschend nüchtern: Was jetzt für SEO wirklich zählt, ist keine Sammlung geheimer GEO-Hacks, sondern eine verlässliche Grundlage aus hilfreichen Inhalten, sauberer Technik und aktuellen Daten.

Shopify Agentic Storefronts im DACH-Raum

Shopify unterscheidet im Admin zwischen verschiedenen Vertriebskanälen. Der Online Store ist der klassische eigene Webshop unter der eigenen Domain. Google & YouTube ist ein separater Kanal, über den Produkte in Google Shopping, der Google-Suche und auf YouTube sichtbar oder beworben werden können. Shop wiederum ist Shopifys eigene Shopping-App beziehungsweise Kundenplattform.

Agentic Storefronts, also Produkterlebnisse innerhalb von KI-Agenten, sind im DACH-Raum dagegen noch kein regulär verfügbarer Vertriebskanal wie diese etablierten Kanäle. Im Shopify Admin taucht das Thema aber bereits als eigener Bereich auf. Bei einem noch nicht live geschalteten DACH-Shop erscheint dort der Hinweis, dass Agentic Storefronts noch nicht verfügbar sind, Produkte aber möglicherweise weiterhin in KI-Agenten angezeigt werden.

Kreis 4 in Zürich als Hauptbeitragsbild zum Artikel über Shopify Agentic Storefronts im DACH-Raum

Diese Formulierung trennt zwei Dinge, die in der Diskussion über Agentic Commerce oft durcheinanderlaufen: Sichtbarkeit in KI-Systemen und Kaufabschluss innerhalb eines KI-Interfaces. Für Händlerinnen und Händler in der Schweiz, Deutschland und Österreich ist genau diese Unterscheidung entscheidend.

Direct Checkout bleibt je nach Kanal stark eingeschränkt, vor allem auf US-Kundinnen und -Kunden. Product Discovery, also die Auffindbarkeit von Produkten durch KI-Systeme, ist dagegen bereits Teil der Shopify-Infrastruktur.

AIVITY: GPU-Server und KI-Infrastruktur aus Zürich

Mit AIVITY ist ein weiterer Schweizer Anbieter im Markt für datensouveräne KI aktiv. Hinter der Marke steht die Intronet GmbH aus Thun, die GPU-Server und KI-Infrastruktur aus Zürich anbietet – inklusive AI Web Assistant und internem Mitarbeiter-Chat. Openstream gehörte zu den Beta-Testern und konnte die Plattform bereits vor dem öffentlichen Launch erproben.

Luftaufnahme von Thun, Hauptsitz der Intronet GmbH (AIVITY)

Den Anbieter kennen wir nicht erst seit AIVITY: Diverse Magento- und WooCommerce-Websites unserer Kunden hosten wir seit Jahren auf der Enterprise Cloud-Infrastruktur von Intronet bzw. Trendhosting in Zürich. Performance und Support sind in unserer Erfahrung aussergewöhnlich schnell – ein wichtiger Hintergrund, vor dem wir das KI-Angebot einordnen.

Shopify Spring Edition 2026: Agentic Commerce wird konkret

Im Juni hat Shopify die Spring ’26 Edition veröffentlicht. Über 150 Änderungen, verteilt auf Admin, Checkout, POS, Marketing, Internationalisierung und Entwicklerwerkzeuge. Das ist viel Material, aber die meisten Updates lassen sich auf eine strategische Linie zurückführen. Shopify positioniert sich nicht mehr primär als Shopsystem, sondern als Verteilnetz für Produktdaten, in Richtung KI-Kanäle wie ChatGPT, Microsoft Copilot, Google AI Mode, Gemini und die Shop App.

Editions sind bei Shopify das halbjährliche Sammel-Release, mit dem Features gebündelt kommuniziert werden. Funktional erscheinen neue Features ohnehin laufend im Shopify Changelog. Neu ist der Saisonsname: Bisher kannte Shopify nur Winter und Summer, mit Spring ’26 taucht zum ersten Mal eine dritte Saison im Editions-Vokabular auf.

Zwei KI-Szenarien für 2028 und was sie für Europa bedeuten

Schweizer Flagge auf einem Mast vor dem Bergpanorama von Grindelwald

Am 14. Mai hat Anthropic ein Strategiepaper mit dem Titel «2028: Two scenarios for global AI leadership» veröffentlicht. Die Kernthese: Die USA und ihre Verbündeten müssten ihren Vorsprung bei der KI-Entwicklung gegenüber China in den nächsten 24 Monaten zementieren, sonst drohe eine Welt, in der KI-Normen von Peking gesetzt würden.

Das Paper liest sich als politischer Appell an die US-Administration. Wie es einzuordnen ist, hängt davon ab, wer es liest. Wir haben es aus Schweizer Perspektive analysiert, mit Blick auf die Lücken, die Stärken und die Geschichte, die zwischen den Zeilen mitläuft.

Die neue Rolle von Software Entwicklerinnen und Entwicklern

San Francisco Golden Gate Bridge

Shopify Head of Engineering Farhan Thawar hat Mitte Juni 2026 auf der Cursor Entwicklerkonferenz «Compile» in San Francisco einen Vortrag gehalten, der die Rolle von Software Entwicklerinnen und Entwicklern neu vermisst.

Seine These: Spätestens seit Dezember 2025 erledigen grosse Sprachmodelle einen wachsenden Teil der Codearbeit selbst. Damit verschiebt sich der Wert der Arbeit weg vom Codetippen hin zu Urteilskraft, Architektur und der Fähigkeit, ein Problem überhaupt richtig zu darzustellen.

Hauptbeitragsbild Zürich von Claudio Schwarz.

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