Der Dezember war in meinem Personal Branding Experiment ein Monat, der sich fast unspektakulär anfühlt. Nach dem Ausreisser im Vormonat (ein Instagram-Reel, das low key «viral» ging) war Dezember keine Fortsetzung dieser Dynamik, sondern eine Rückkehr zur Realität. Kein Peak, keine Explosion, kein «Gamechanger».
Stattdessen: Routine, Stabilität und ein paar leise Signale, dass das Projekt insgesamt langsam anfängt zu tragen – unabhängig davon, wie stark einzelne Plattformen bestimmte Inhalte in diesem Zeitraum ausspielen.
Wenn man jeden Tag ein Kurzvideo veröffentlicht, ist es verlockend, auf den nächsten grossen Moment zu hoffen. Aber die entscheidende Fähigkeit ist eine andere: auch ohne Peak weiterzumachen, Qualität zu verbessern und nicht von Zahlen abhängig zu werden.
Der Dezember war genau dieser Testmonat – und er hat gezeigt: Das Experiment funktioniert nicht nur dann, wenn es hochgeht. Sondern auch dann, wenn es «normal» läuft.
TikTok: stabile Basis, klare Zielgruppe, solides Wachstum
TikTok bleibt für mich die Plattform, die am zuverlässigsten eine konstante Grundreichweite liefert – ohne dass ich dort eine spezielle Plattformstrategie fahre.

Zahlen
- Video-Aufrufe: 18K (+1.8%)
- Profilaufrufe: 152 (+20.6%)
- Likes: 320 (+1.6 %)
- Kommentare: 78 (-21.2%)
- Geteilt: 11 (-45.0%)
- Netto-Follower: +44 (+340% gegenüber Vormonat)
- Follower insgesamt: 1.3K
Auffällig ist: Reichweite und Likes sind leicht gestiegen, die Profilaufrufe sogar deutlich. Gleichzeitig gehen Kommentare und Shares zurück. Das ist vermutlich ein Mix aus (a) weniger polarisierenden Themen und (b) dem Effekt, dass Diskussionen auf TikTok stark von einzelnen Trigger-Videos abhängen.
Zielgruppe
TikTok ist bei mir nicht «jung». Ganz im Gegenteil:
- Männer: 71%, Frauen: 29%
- Alter:
- 35–44: 33.4%
- 45–54: 28.4%
- 25–34: 19.5%
- 55+: 14.5%
- 18–24: 4.2%
Geografisch:
- Deutschland: 67.7%
- Schweiz: 9.9%
- Österreich: 4.6%
- USA: 1.3%
Das ist inhaltlich ziemlich passend: KI, digitale Transformation, Ethik, Entrepreneurship – eher Themen für Menschen, die schon länger im Berufsleben stehen.
Top 3 TikTok-Videos im Dezember (nach Aufrufen)
Instagram: nach dem Peak kommt der Alltag
Instagram hat im Vormonat gezeigt, dass Reichweite möglich ist. Dezember zeigt aber genauso klar die andere Wahrheit: Reichweite bedeutet nicht automatisch Bindung.
Zahlen
- Aufrufe: 6’941
- Erreichte Konten: 4’684 (-78%)
- Follower-Anteil: 9.5%
- Nicht-Follower: 90.5%
Content-Anteile:
- Reels: 89.0%
- Beiträge: 7.8%
- Stories: 3.3%
Profilaktivitäten:
- 45 Profilaktivitäten (-65.1 %)
- Profilaufrufe: 45
- Link-Klicks: 0
Was mich hier am meisten interessiert: die 90.5% Nicht-Follower. Der Algorithmus spielt die Inhalte weiterhin in die Breite aus – aber eben ohne den viralen Schub.


Top 3 Instagram-Reels im Dezember (nach Aufrufen)
- Teil 244: Tschüss Bodensee! → 757
- Teil 239: Wenn Science-Fiction Realität wird → 557
- Teil 253: High Tech, Low Life? → 539
YouTube Shorts: stabilster Wachstumskanal
Wenn ich im Dezember einen «Gewinner» benennen müsste, wäre es YouTube. Nicht wegen eines viralen Moments – sondern wegen der Qualität der Signale: Views steigen, Watchtime steigt noch stärker.
Zahlen
- Views: 18’643
- Watch time: 39.7 Stunden
- Subscribers: +9
- Entwicklung gegenüber Vormonat:
- Views: +50%
- Watchtime: +64%
- Subscribers: +13%
Bei YouTube ist die Ausspielung im Moment am gleichmässigsten: Die Entwicklung wirkt weniger zufällig und mehr wie ein stabiler Trend.
Zielgruppe
- Germany: 77.1%
- Switzerland: 6.6%
- Austria: 6.3%
Altersschwerpunkt:
- 25–34: 32.5%
- 35–44: 23.6%
- 45–54: 14.2%
- 55–64: 13.1%
Und ja: extrem männlich geprägt (98.5%).
Top 3 YouTube Shorts im Dezember (nach Views)
- Teil 255: Folge 2/8 – KI-Souveränität statt AGI → 1’474 Views
- Teil 232: Endlich «Link in Bio» 🙏 → 1’313 Views
- Teil 242: Maximale Ungleichheit → 1’273 Views
Auffällig ist hier: Die besten Videos sind nicht zwingend die lautesten, sondern jene mit solider Retention.

LinkedIn: kleinere Zahlen, bessere Passung
LinkedIn ist in meinem Setup weiterhin eher „slow media“. Die Zahlen sind überschaubar, aber die Zielgruppe wirkt deutlich näher an dem, was Openstream langfristig ausmacht.
Zahlen (LinkedIn, 30. Nov. – 30. Dez.)
- Impressions: 4’718 (+20.5%)
- Members reached: 1’199 (+8.8%)
- Follower gesamt: 1’102
- Neue Follower: ca. +15
Demografie (Top):
- Senior: 29%
- IT Services & IT Consulting: 25%
- 1–10 employees: 23%
Top 3 LinkedIn-Posts (nach Impressions)
- Teil 244: Tschüss Bodensee! → 457
- Teil 250: WordPress Meetup Zürich → 360
- Teil 243: Stufen – Gedicht von Hermann Hesse → 310
Hier ist das Muster sehr klar: Auf LinkedIn funktionieren bei mir vor allem Inhalte mit persönlichem Kontext und Community-Bezug.

Facebook: der überraschende Reichweitenkanal
Facebook hatte ich lange abgeschrieben. Im Dezember habe ich dann wieder reingeschaut – und festgestellt, dass Facebook plötzlich Reichweite liefert.
Zahlen (Facebook, 1. Dez. – 31. Dez.)
- 4’706 Aufrufe (+108.7% gegenüber den vorherigen 31 Tagen)
- 3’864 Betrachter
- 1’625 3-sekündige Aufrufe
- 26 1-minütige Aufrufe
Nach 526 Views im September und 335 im Oktober war schon der November mit 2’250 Views eine Überraschung. Dezember bestätigt: Facebook scheint ein Reichweite zuzunehmen, obwohl ich dort nicht wirklich aufhalte.

Fazit Monat 9/12
Dezember war kein Monat für grosse Ausschläge, sondern für Kontinuität. Das ist nicht spektakulär, aber aussagekräftig: Gerade in solchen Phasen zeigt sich, ob aus einem Vorhaben ein langfristiger Prozess werden kann.
Ich merke, dass sich dabei ein stabiler Rhythmus herausbildet – mit klaren Learnings und kleinen, aber konstanten Optimierungen.
Und passend dazu: im Januar 2026 habe ich auf YouTube die 100-Follower-Marke geknackt. Keine riesige Zahl – aber dennoch ein kleiner Meilenstein. Mal sehen wie lange es dauert bis ich auf YouTube die 1000 Follower erreiche. Bis zum ersten YouTube Award bei 100’000 Follower ist es noch ein sehr langer weg 🤓


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