Personal Branding Monat 11 und 12 – Viralität wird überbewertet

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Personal Branding Social Media

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Ein Jahr lang jeden Tag ein Kurzvideo veröffentlichen. Auf TikTok, Instagram, YouTube Shorts, Facebook und LinkedIn. Was vor zwölf Monaten als Experiment begann, ist inzwischen zu einer festen Routine geworden – und ehrlich gesagt auch zu einer ziemlich intensiven Lernkurve.

Ganz jeden Tag habe ich es am Ende nicht mehr geschafft. In den letzten zwei Monaten gab es Lücken. Aber auch das gehört zu diesem Rückblick dazu. Ein Experiment ist ja nicht nur dann wertvoll, wenn es glatt durchläuft. Manchmal wird es gerade dann interessant, wenn die ursprüngliche Idee an der Realität reibt.

Nach zehn Monaten stand das Experiment bereits bei rund 531’000 plattformübergreifenden Aufrufen auf TikTok, Instagram, YouTube, LinkedIn und Facebook. Für die letzten beiden Monate kamen – je nach Plattform leicht unterschiedlich abgegrenzt – nochmals rund 84’000 Views beziehungsweise Impressions hinzu.

Damit landet das gesamte Experiment nach zwölf Monaten bei ungefähr 615’000 plattformübergreifenden Aufrufen und Impressions – die Hälfte dieser Aufrufe nur von TikTok.

Das ist keine Creator-Erfolgsgeschichte im klassischen Sinne. Keine Explosion. Kein Durchbruch. Kein «so habe ich in 12 Monaten meine Reichweite verzehnfacht». Aber genau deshalb ist das Experiment für mich interessant.

Denn nach einem Jahr regelmässiger Kurzvideos ist meine wichtigste Erkenntnis: Viralität wird überschätzt.

Nicht, weil Reichweite unwichtig wäre. Natürlich hilft Reichweite. Natürlich fühlt es sich besser an, wenn ein Video 10’000 oder 20’000 Views bekommt statt 300. Aber die eigentliche Wirkung entsteht oft an ganz anderen Stellen: bei Menschen, die zuschauen, aber nie liken. Bei potenziellen Kunden, die ein einzelnes Fachvideo sehen. Bei bestehenden Kunden, die plötzlich besser verstehen, womit man sich beschäftigt. Bei neuen Kontakten, die über Kommentare und Gespräche entstehen. Und manchmal sogar bei einem bezahlten Auftrag im Bereich Content Creation.

Von 500’000 auf rund 615’000 Aufrufe

In einem der vorherigen Recaps hatte ich die Marke von 500’000 plattformübergreifenden Views überschritten. Im Januar lag der Zwischenstand dann bei rund 531’000 Views nach zehn Monaten. Die letzten beiden Monate waren nicht spektakulär, aber stabil genug, um das Experiment sauber abzuschliessen.

In den letzten 2 Monaten:

  • TikTok: 42’000 Post Views
  • YouTube Shorts: 24’100 Views
  • Instagram: 10’500 Aufrufe
  • LinkedIn: 4’600 Impressions
  • Facebook: 2’500 Aufrufe

Zusammen ergibt das rund 84’000 zusätzliche «Kontakte» in den letzten beiden Monaten. Da die Plattformen unterschiedliche Zeiträume, Begriffe und Messmethoden verwenden, ist diese Zahl nicht wissenschaftlich exakt. Instagram spricht von Aufrufen, LinkedIn von Impressions, TikTok von Post Views, YouTube von Views. Aber für die Grössenordnung reicht es.

Nach zwölf Monaten stehen also ungefähr 615’000 plattformübergreifende Views und Impressions.

Für grosse Creator ist das wenig. Für ein kleines, spezialisiertes Projekt rund um KI, E-Commerce, WordPress, Shopify, Open Source und digitale Systeme ist es viel. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Videos nicht auf Unterhaltung, Empörung oder Trends optimiert waren, sondern auf fachliche Einordnung.

Monat 11 und 12: weniger Detailanalyse, mehr Rückblick

Ich möchte die letzten beiden Monate bewusst nicht mehr so detailliert analysieren wie die vorherigen Recaps. Nach einem Jahr wird sonst jede Monatsauswertung irgendwann zur Wiederholung: TikTok schwankt, Instagram schwankt stärker, YouTube Shorts ist relativ stabil, LinkedIn ist kleiner, aber fachlich relevant, Facebook überrascht gelegentlich.

Diese Muster haben sich über das Jahr hinweg immer wieder bestätigt.

Interessanter ist die Frage: Was hat dieses Jahr tatsächlich verändert?

Nicht nur in den Zahlen, sondern in der Wahrnehmung. In meiner Arbeitsweise. In der Positionierung von Openstream. Und in der Art, wie aus einzelnen Videos langsam ein sichtbares Profil entsteht.

1. Ein Video mit wenigen hundert Views kann eine konkrete Anfrage auslösen

Eine der wichtigsten Erfahrungen kam nicht aus einem viralen Video.

Ein Video über das Shopify AI Toolkit hatte nur wenige hundert Views. Also eine Zahl, die man in Social-Media-Analytics schnell als unbedeutend abtun könnte. Trotzdem kam daraus eine konkrete Anfrage eines potenziellen Kunden für eine Migration von Shopware zu Shopify.

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TikTok Analytics

Das ist für mich eine sehr wichtige Erkenntnis.

Wenn man nur auf Reichweite schaut, wäre dieses Video kein Erfolg gewesen. Keine grosse Ausspielung, kein Peak, kein Algorithmus-Moment. Aber es hat genau die richtige Person erreicht – oder zumindest eine Person, für die das Thema im richtigen Moment relevant war.

Für ein spezialisiertes B2B-Angebot ist das oft wertvoller als ein Video mit 20’000 Views bei einer sehr breiten Zielgruppe.

Personal Branding bedeutet in diesem Kontext nicht, möglichst viele Menschen zu erreichen. Es bedeutet, für bestimmte Themen sichtbar und erinnerbar zu werden. Wenn jemand über Shopify-Migrationen, WooCommerce, WordPress als agentische Schnittstelle oder KI-gestützte Webentwicklung nachdenkt, soll Openstream zumindest als kompetente Stimme im Hinterkopf auftauchen.

Das kann mit einem Video passieren, das statistisch unscheinbar wirkt.

2. Bestehende Kunden schauen mit, auch wenn man es nicht sieht

Eine zweite Erkenntnis war fast noch interessanter: Ein bestehender Kunde sagte mir, dass er meinen Content regelmässig schaut und gut findet.

Ich hatte keine Ahnung.

Kein Like. Kein Kommentar. Kein sichtbares Signal, das darauf hingedeutet hätte. In der Analytics-Oberfläche existierte diese Person praktisch nicht. Und trotzdem war sie da.

Das ist ein guter Reminder dafür, wie begrenzt Social-Media-Metriken sind. Plattformen zeigen uns Views, Watchtime, Likes, Kommentare, Shares, Profilaufrufe und Follower-Wachstum. Aber sie zeigen nicht, wer still mitliest, wer sich ein Bild macht, wer Vertrauen aufbaut oder wer nach mehreren Monaten besser versteht, wie man denkt und arbeitet.

Gerade im B2B-Kontext ist diese stille Wirkung wahrscheinlich viel relevanter, als man denkt.

Ein bestehender Kunde muss nicht jedes Video liken, damit der Content Wirkung entfaltet. Vielleicht reicht es, wenn er regelmässig sieht: Da beschäftigt sich jemand ernsthaft mit KI, Plattformen, E-Commerce, Open Source und technischer Umsetzung. Nicht als Hype, sondern als fortlaufende Praxis.

Für eine kleine Agentur oder ein spezialisiertes Beratungsangebot kann genau das langfristig wichtiger sein als kurzfristige Reichweite.

3. Aus Zuschauern werden Kontakte, Gespräche und kleine Community-Momente

Die dritte Erkenntnis betrifft die kleine Community, die über das Jahr entstanden ist.

Ich würde nicht behaupten, dass rund um meinen Content bereits eine grosse Community existiert. Das wäre übertrieben. Aber es gibt Menschen, die immer wieder kommentieren, reagieren, widersprechen, ergänzen oder eigene Perspektiven einbringen.

Ein Beispiel ist Anwar mit seinen vielen wertvollen Kommentaren. Solche Kommentare sind nicht nur Engagement für den Algorithmus. Sie sind fachliche Rückmeldung, Sparring und manchmal auch Korrektur. Gerade bei Themen wie KI, Open Source, WordPress, E-Commerce oder digitalen Abhängigkeiten ist das extrem wertvoll.

Ein anderes Beispiel ist Timo. Er hat sich aufgrund meines KI-Contents zu WordPress – insbesondere zu WordPress als Agentenschnittstelle beziehungsweise als application-ready Server – entschieden, seine neue Website nicht in TypeScript/React umzusetzen, sondern in WordPress.

Das ist für mich fast spannender als reine Reichweite.

Denn hier wird sichtbar, dass Content nicht nur Aufmerksamkeit erzeugt, sondern Entscheidungen beeinflussen kann. Nicht manipulativ, sondern durch Einordnung. Durch wiederholte Beschäftigung mit einem Thema. Durch das Sichtbarmachen von Möglichkeiten, die jemand vorher vielleicht anders bewertet hätte.

Wenn ein Video oder eine Serie dazu beiträgt, dass jemand eine technische Architekturentscheidung anders trifft, ist das eine sehr konkrete Wirkung.

4. Aus Content entsteht bezahlte Content-Arbeit

Eine weitere konkrete Wirkung des Experiments kam aus einer Richtung, die ich am Anfang gar nicht so klar auf dem Radar hatte: Content Creation selbst wurde zu einem Auftrag.

Ich habe vom Co-Founder von Aivis-OS den Auftrag erhalten, ein Video für sie zu produzieren. Aivis-OS klärt, modelliert und überwacht, wie eine Organisation über ihre digitale Präsenz hinweg von KI-Systemen verstanden wird. Das war kein abstrakter Reichweiteneffekt, sondern ein konkreter, bezahlter Auftrag im Bereich Content Creation.

Für mich ist das ein wichtiger Punkt, weil er zeigt: Das Experiment hat nicht nur indirekt auf Openstream eingezahlt, sondern auch eine neue Form von Leistung sichtbar gemacht. Wer ein Jahr lang fast täglich Videos veröffentlicht, trainiert nicht nur das Sprechen vor der Kamera. Man entwickelt auch ein Gefühl für Themen, Hooks, Dramaturgie, Schnitt, Untertitel, Distribution und Plattformlogik.

Das heisst nicht, dass ich Openstream jetzt in eine reine Content-Agentur verwandeln möchte. Aber es zeigt, dass diese Fähigkeit inzwischen einen eigenen Wert hat. Nicht nur als Marketing für die eigene Arbeit, sondern auch als Dienstleistung für andere.

Und auch hier gilt wieder: Es brauchte dafür kein virales Video mit hunderttausenden Views. Entscheidend war eher, dass über Monate sichtbar wurde, dass ich mich ernsthaft mit KI, Webtechnologien, digitalen Plattformen und erklärendem Kurzvideo-Content beschäftige.

Automatisierung hilft, aber sie ersetzt nicht die inhaltliche Arbeit

Im Laufe des Experiments habe ich auch meine Produktionsweise weiterentwickelt. Besonders wichtig waren dabei zwei OpenAI Codex Skills, die ich mir gebaut habe, um Teile der Kurzvideo-Erstellung zu automatisieren.

Diese Skills helfen mir unter anderem dabei, aus Skripten strukturierte Begleittexte, Untertitel und Veröffentlichungsformate zu erzeugen. Gerade bei regelmässiger Produktion zählt jede wiederkehrende Aufgabe, die nicht jedes Mal manuell neu erledigt werden muss.

Mitte Februar habe ich ausserdem begonnen, die Videos nicht mehr nur auf TikTok, Instagram, YouTube, Facebook und LinkedIn zu veröffentlichen, sondern auch auf der Openstream Website. Dort erscheinen sie inklusive deutscher und englischer Untertitel. Auch diese Untertitel werden mit den Codex Skills im passenden Format vorbereitet.

Das war für mich ein wichtiger Schritt.

Denn Social Media ist praktisch, aber es sind Walled Gardens. Die Plattformen liefern Reichweite, aber sie kontrollieren Sichtbarkeit, Kontext, Archivierung und Distribution. Ein Video auf TikTok oder Instagram kann funktionieren, verschwinden, wieder auftauchen oder praktisch unsichtbar bleiben. Man besitzt dort nicht wirklich den Ort, an dem der Content lebt.

Die eigene Website ist anders.

Dort kann ich die Videos in einen grösseren Zusammenhang stellen. Ich kann sie mit Artikeln verbinden, auffindbar machen, archivieren und langfristig als Teil von Openstream positionieren. Die Kurzvideos werden damit nicht nur Social-Media-Content, sondern auch Bausteine im offenen Web.

Das ist für mich eine der wichtigsten strategischen Veränderungen nach zwölf Monaten.

Was ich über die Plattformen gelernt habe

Nach einem Jahr ist mein Eindruck klarer als am Anfang.

TikTok liefert weiterhin relativ zuverlässig Grundreichweite, ist aber stark von einzelnen Themen und Kommentar-Dynamiken abhängig. YouTube Shorts wirkt auf mich stabiler und langfristiger, auch wenn der Aufbau dort langsam ist. Instagram kann einzelne Ausreisser produzieren, aber diese Reichweite konvertiert nicht automatisch in Follower oder echte Bindung. LinkedIn bleibt zahlenmässig kleiner, ist aber fachlich oft passender. Facebook war über weite Strecken nebensächlich, hat aber immer wieder unerwartet Reichweite geliefert.

Die Plattformen sind also nicht einfach austauschbare Distributionskanäle. Sie haben unterschiedliche Logiken, unterschiedliche Zielgruppen und unterschiedliche Arten von Feedback.

Trotzdem habe ich bewusst keinen komplett plattformspezifischen Content produziert. Dafür fehlt mir schlicht die Zeit. Ich veröffentliche im Kern dasselbe Video auf mehreren Kanälen und nehme in Kauf, dass es nicht überall optimal angepasst ist.

Für ein Ein-Personen-Setup ist das ein realistischer Kompromiss.

Was ich über mich selbst gelernt habe

Am Anfang war das grösste Hindernis nicht Technik, sondern Überwindung.

Vor der Kamera zu sprechen, die eigene Stimme zu hören, sich selbst beim Schneiden anzuschauen und das Ganze dann öffentlich zu posten, fühlt sich anfangs unangenehm an. Man sieht jede Unsicherheit. Jede komische Betonung. Jeden Blick zum Teleprompter. Jede Stelle, an der man nicht so souverän wirkt, wie man gerne wirken würde.

Nach einem Jahr ist das nicht komplett verschwunden. Aber es ist normaler geworden.

Ich bin nicht plötzlich Entertainer geworden. Ich habe auch keinen Wunsch entwickelt, klassischer Influencer zu sein. Aber ich habe gelernt, regelmässiger, klarer und etwas entspannter über Themen zu sprechen, die mich fachlich beschäftigen.

Das ist vielleicht der unterschätzteste Effekt dieses Experiments: Man produziert nicht nur Content. Man trainiert Denken, Sprechen, Strukturieren und Entscheiden.

Wieder und wieder.

Nicht mehr jeden Tag – und gerade deshalb weiter

Ein ehrlicher Teil dieses Rückblicks ist: In den letzten zwei Monaten habe ich es nicht mehr geschafft, wirklich jeden Tag ein Video zu veröffentlichen.

Das war für mich zunächst ein Bruch im Experiment. Nach so vielen Monaten täglicher Veröffentlichung fühlt sich ein verpasster Tag schnell wie ein Scheitern an. Gleichzeitig war es wahrscheinlich auch ein realistischer Punkt. Ein Jahr lang fast täglich Content zu produzieren, neben Projektarbeit, Kundenkommunikation, technischer Umsetzung und eigenen Openstream-Themen, ist auf Dauer schwer durchzuhalten.

Interessanterweise hatte ich direkt nach den zwölf Monaten zuerst den gegenteiligen Impuls: nicht weniger, sondern mehr. Am liebsten wäre ich komplett all in gegangen und hätte nach Abschluss des Experiments drei Videos pro Tag veröffentlicht.

Mehr testen. Mehr Themen. Mehr Plattformpräsenz. Mehr Geschwindigkeit. Mehr Followers.

Ich habe mich dann aber bewusst dagegen entschieden.

Stattdessen möchte ich vorerst nur noch ein Video pro Woche veröffentlichen. Nicht, weil mir Content Creation weniger wichtig geworden ist, sondern weil ich wieder mehr Raum für Projektarbeit brauche. Openstream lebt nicht nur von Sichtbarkeit, sondern auch von konkreter Umsetzung: Websites, Shops, Automatisierung, Beratung, technische Experimente und Kundenprojekte.

Das ist vielleicht eine der reiferen Erkenntnisse nach zwölf Monaten: Nur weil etwas funktioniert, muss man es nicht sofort maximal skalieren.

Content Creation bleibt wichtig. Aber sie darf nicht alles andere verdrängen.

Viralität wird überbewertet

Der Satz klingt vielleicht etwas trotzig, aber ich meine ihn nüchtern.

Viralität ist nicht wertlos. Ein virales Video kann Türen öffnen, Reichweite und neue Follower bringen und neue Menschen auf ein Thema aufmerksam machen. Aber Viralität ist kein verlässliches Fundament für eine langfristige Positionierung.

Sie ist ein Ereignis.

Ein Jahr Content-Produktion zeigt etwas anderes: Die eigentliche Wirkung entsteht durch Wiederholung. Durch Themenklarheit. Durch kleine Signale. Durch Vertrauen. Durch Menschen, die nie kommentieren, aber trotzdem zuschauen. Durch einzelne Projektanfragen. Durch bestehende Kunden, die ein besseres Gefühl dafür bekommen, womit man sich beschäftigt. Durch Kontakte, die über Monate entstehen. Und durch neue Möglichkeiten, die man am Anfang vielleicht gar nicht eingeplant hatte.

Für Openstream war dieses Experiment deshalb weniger ein Social-Media-Projekt als ein Positionierungsprozess.

Weg von der klassischen Agenturkommunikation. Hin zu einer sichtbareren, persönlicheren und fachlich klareren Einordnung digitaler Systeme: KI, E-Commerce, WordPress, Shopify, Open Source, Plattformen und die Frage, wie man in einer zunehmend automatisierten digitalen Umgebung handlungsfähig bleibt.

Fazit nach 12 Monaten

Nach zwölf Monaten täglicher beziehungsweise fast täglicher Kurzvideos stehen rund 615’000 plattformübergreifende Views und Impressions.

Das ist eine schöne Zahl. Aber sie ist nicht das eigentliche Ergebnis.

Das eigentliche Ergebnis ist ein Jahr Übung. Ein Jahr Sichtbarkeit. Ein Jahr Themenfindung. Ein Jahr Routine. Ein Jahr Auseinandersetzung mit Plattformen, Algorithmen, Kamera, Schnitt, Skripten, Untertiteln, Distribution und der eigenen Hemmung, sich öffentlich zu zeigen.

Dazu kamen konkrete Effekte: einzelne Projektanfragen, Feedback von bestehenden Kunden, neue Kontakte, kleine Community-Momente und sogar ein bezahlter Auftrag im Bereich Content Creation.

Gleichzeitig hat das Experiment auch gezeigt, wo Grenzen liegen. In den letzten zwei Monaten habe ich es nicht mehr geschafft, jeden Tag ein Video zu veröffentlichen. Und obwohl ich kurz den Impuls hatte, nach den zwölf Monaten erst recht all in zu gehen und drei Videos pro Tag zu produzieren, habe ich mich für den Moment bewusst für das Gegenteil entschieden: ein Video pro Woche.

Nicht als Rückzug, sondern als Fokussierung.

Die Videos sollen weitergehen. Aber sie sollen eingebettet bleiben in das, was Openstream langfristig ausmacht: Projektarbeit, technische Umsetzung, unabhängige Einordnung und die Beschäftigung mit digitalen Systemen jenseits von Hype und reiner Plattformlogik.

Weniger Jagd nach Viralität. Mehr eigene Infrastruktur. Weniger Output-Druck. Mehr Substanz. Weniger «Personal Branding» als Schlagwort. Mehr kontinuierliche, öffentliche Beschäftigung mit den Themen, die Openstream langfristig prägen.

Beitragsbild von Berke Citak.

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