Nvidia war für die Linux-Community lange ein rotes Tuch. 2012 sagte Linus Torvalds, Nvidia sei «das schlechteste Unternehmen», mit dem man je zusammenarbeiten musste – und zeigte öffentlich den Mittelfinger. Der Grund: proprietäre Treiber. Der Code war geschlossen, die Community konnte ihn nicht verbessern, und Dinge wie GPU-Switching auf Laptops wurden zum Dauerproblem.
Heute ist die Situation fast ironisch. Linux ist zum Standard-Betriebssystem für Cloud-Server und KI-Rechenzentren geworden – und Nvidia liefert die wichtigste Hardware dafür. Auf der GPU Technology Conference erklärte Nvidia-CEO Jensen Huang, dass OpenClaw in kürzester Zeit zum erfolgreichsten (am schnellsten wachsenden) Open-Source-Projekt aller Zeiten geworden sei – schneller als Linux in 30 Jahren.
Parallel entsteht mit NemoClaw eine Infrastruktur rund um OpenClaw: mit OpenShell-Runtime, Privacy Router und den Nemotron-Modellen für reasoning-lastige Agent-Workflows. Während OpenClaw die Agent-Basis liefert, versucht Nvidia daraus eine skalierbare Produktionsumgebung zu bauen. Ob Linus dafür wieder den Mittelfinger zückt, wird sich zeigen.

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