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Meet Magento 2010 – Das deutschsprachige Magento Event

Roy Rubin, Geschäftsführer von Magento Inc. (ehemals Varien) stellte in seiner Keynote der vierten Meet Magento Konferenz in Leizpig/Deutschland die Frage, ob Magento das neue Google des Open Source E-Commerce sei? Der Magento Hype der letzten zwei Jahre spricht für sich und wenn dieser Trend so weiter geht, führt kein Weg daran vorbei, dass diese Aussage bald schon wahr sein wird.

Varien ist von einer erfolgreichen E-Commerce Web Agentur von 20 oder 30 Mitarbeitern auf 100 Mitarbeiter im Januar 2010 angewachsen, hat sich vor kurzem in Magento Inc. umbenannt und bekommt mit den jetzt (November 2010) bereits 200 Mitarbeitern in den im Juni bezogenen neuen Büroräumlichkeiten in Los Angeles bereits wieder Platzprobleme! Mister Magento, wie Rico Neitzel Roy Rubin humorvoll bei seiner Einleitung nannte, sprach allerdings davon, dass dies erst der Anfang sei.

Michel Goossens beim Meet Magento 2010

Michel Goossens, Magento Vice President Europe, Keynote am 2. Tag der Meet Magento

Die Konferenz hatte einen Business Track mit Themen, die vor allem für Händler ausgerichtet waren und weitere Tracks, die an technisch interessierte und Magento Entwickler gerichtet waren, so gab es für jeden Geschmack interessante Themen. Persönlich hat mir der Vortrag von Sebastian Heuer (@belanur) Beyond „I Like“ – Facebook Graph API in Magento nutzen am besten gefallen (Link zum Blog Posting). Sehr kompetent und auf sympatische Art und Weise hat er seine Extension vorgestellt, welche eine Magento Login via Facebook Funktion beinhaltete und weitere interessante Möglichkeiten aufzeigte. Der Phantasie sind hier fast keine Grenzen gesetzt. Die Facebook Graph API ist ein sehr faszinierendes Thema und wird den Social Commerce weiterhin stark beeinflussen.

Mobile Commerce mit MagentoDer Magento Buch Autor Roman Zenner hielt einen sehr interessanten und kompetenten Vortrag zum Thema Mobile Commerce mit Magento, in welchem er die sehr optimistischen Prognosen zum Mobile Commerce etwas relativierte. Nachdem sich andere sehr optimistisch zu diesem Thema geäussert hatten, dass der Mobile Commerce 2012 den „normalen“ E-Commerce überholen würde, scheint dies bei einer realistischen Betrachtung eher unwahrscheinlich zu sein.

Aus eigener Erfahrung und einen Blick in die Statistiken unserer E-Commerce Kunden, kann ich dazu sagen, dass es tatsächlich einige gibt, die bis zu 10% mobile Zugriffe auf Ihren Webshop haben, bei anderen ist dies aber deutlich weniger. Wieviele davon dann letztendlich tatsächlich online bestellen, ist eine verschwindend kleine Menge.

Dies wird zweifellos in den nächsten Jahren zunehmen, weshalb der Mobile Commerce Trend unter keinen Umständen vernachlässigt werden darf. Ob es sich aber gleich für jeden lohnt, eine eigene Applikation für seinen Shop entwickeln zu lassen, kann für die meisten kleineren Online Händler mit einem Nein beantwortet werden. Eine für mobile Endgeräte optimierte Version des Shops dürfte hier ausreichen.

Im Vortrag von Roman Zenner ging es ausserdem auch darum, welchen Nutzen eine native iPhone oder Android Shop Applikation gegenüber einer mobil optimierten Shop Version hat.

Vorteile:

  • die Applikation hat Zugriff auf Funktionen wie Geo Location, E-Mailing, Schütteln, etc. Diese können mehr oder minder kreativ in Applikationen eingesetzt werden
  • es ist möglich, sich ohne direkte Internetverbindung in der Applikation zu bewegen, wie dies z.B. in der iPhone App von Le Shop (Migros) realisiert wurde, d.h. man kann Einkaufslisten jederzeit zusammenstellen und benötigt nur zum Abschicken (Bestellen) eine Internetverbindung
  • das Umsetzen einer iPhone Applikation mit Magento ist verhätnismässig günstig und einfach, da Magento Inc. einen entsprechenden Full Service anbietet (wir haben im Artikel Mobile Commerce mit osCommerce und Magento bereits darüber berichtet)

Online Shops mit Magento von Roman Zenner Magento das Buch für Entwickler von Roman Zenner und Vinai Kopp

Nachteile:

  • bei über 300’000 Applikationen im iPhone App Store ist es nicht ganz einfach sich zu positionieren
  • das Design der Standard Magento iPhone Komponente lässt nur sehr begrenzte Anpassungen zu
  • eine iPhone Applikation läuft nicht auf einem Android Phone und umgekehrt

Dieser und auch die anderen Vorträge im grossen Saal des GaraGe Technologiezentrums wurden auf einem Live Stream übertragen und werden in einigen Tagen wieder On-Demand für alle zur Verfügung stehen, die nicht dabei sein konnten oder die Live Übertrag verpasst haben.

Hier als Vorgeschmack schon mal ein Interview von T3N Redakteur Jan Christe mit Roman Zenner, welches am ersten Tag des Meet Magento geführt wurde.

Neben den Vorträgen gab es natürlich wieder reichlich Möglichkeit sich mit dem Magento Team und der Community zu unterhalten. Bei der Aftershow Party lernte ich Michel Goosens aus Belgien kennen, den neuen Magento Vice President für Europa, der übernächste Woche auch beim ersten Swissgento (Magento Konferenz) in Genf anwesend sein wird. Mit Roy Rubin unterhielt ich mich über osCommerce (ja osCommerce!) und die 3-tägige Magento Imagine Konferenz, die nächsten Frühling in Los Angeles stattfinden wird. Ein Must Attend Event für jeden Magento Begeisterten.

Mit Nils Eriksen (@procontractors) von ProContractors aus Dänemark unterhielt ich mich über deren sehr spannenden Magento Deployment Saas Service, der es ermöglicht, einen Magento Shop mit Custom Theme und Konfiguration vollautomatisch zu installieren. Boris Lokschin (@symmetrics_bl) von Symmetrics berichtete mir über die aktuellen Entwicklungen der dritten Generation ihres Magento SaaS Hosting. Dort laufen mittlerweile 100 (!) EC2 Instanzen, die sich je nach Bedarf vollautomatisch nach oben und unten skalieren.

Faszinierende Themen, spannende Zeiten! Alle mit denen ich mich unterhielt, das Magento Team wie auch die Agenturen und Entwickler konnten bestätigen: Ein Phänomen wie Magento hat bisher noch keiner erlebt. Das Wachstum des Projekts ist einfach nur erstaunlich. Es muss genau die richtige Zeit dafür sein und auch das richtige Unternehmen, das dahinter steht, sowie die richtige Community.

Go Go Magento!

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Nick Weisser

Inhaber, Entwickler und Chief Happiness Officer bei Openstream
DevOps ninja, developer and chief happiness officer @openstream, Swiss Magento usergroup lead, WordPress and WooCommerce polyglot for de_CH and blogger. Ist bei Openstream für Projektleitung und Qualitätskontrolle zuständig, wobei er sehr gerne Tools wie JIRA und Git verwendet, um Aufgaben und Code-Änderungen zu jonglieren. Wenn er sich nicht mit Magento oder WordPress beschäftigt, ist er gerne auf dem Bodensee stehsegeln oder am Feldberg und in den Alpen skifahren.

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5 Antworten
  1. Nick Weisser
    Nick Weisser says:

    Michel Goosens hat es in seiner Keynote am 2. Tag treffend formuliert: Open Source ist ein Geben und Nehmen. Ich denke, dass von ihm einiges an positivem Input für Magento Europa zu erwarten ist.

    Antworten

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